Berg am Laim:Missratene Häuser

Eine architektonische Satire im Projektraum Streitfeld

Von Jutta Czeguhn, Berg am Laim

Wenn im Streitfeld-Projektraum eine architektonische Satire angekündigt wird, dann möchte man dem Berg am Laimer Künstler-Team um Regina Baierl zuraunen: Hey, warum soll ich mich zu Euch an die Streitfeldstraße 33 bewegen, ich muss doch nur mit offenen Augen durch diese Stadt laufen. Jede Menge gestalterischer Missgriffe! Aber natürlich lohnt sich jeder Meter des Weges zum Atelierhaus in den Münchner Osten. Gottfried Müller stellt dort aus. Der satirische Künstler, Autor und Professor für Architekturdarstellung an der TU Dortmund beschäftigt sich bevorzugt mit den Abgründen der Architektur. Der Stoff dürfte ihm da wohl nie ausgehen.

Vernissage für seine architektonische Satire-Schau ist an diesem Donnerstag, 31. Oktober, um 19 Uhr. Müller stellt im Streitfeld seine neue Serie "missratene Häuser" vor und zeigt laut Veranstalter "in Grundrissen, Schnitten und Ansichten, wie jede Epoche ihre eigenen architektonischen Schauerlichkeiten zustande bringt. Die fiktiven Häuser beleuchten sowohl gestalterische Missgriffe als auch funktionale Mängel in exemplarischer Weise". Flankiert wird der optische Architekten-Wahnwitz durch ebenso fiktive "Interviews", in denen Erbauer und Bewohner zu Wort kommen, reflektieren die "missratenen Häuser". Bei der Eröffnung gibt es zudem ein Podiumsgespräch mit Andreas Kretzer, Professor an der Hochschule für Technik Stuttgart, der wiederum Erbauer wunderschöner Lebkuchenhäuser aus Erbsensulz, Lasagneplättchen und Lakritze ist, zudem Autor des Werkes "Neuperlach ist schön".

Die Schau im Streitfeld-Projektraum dauert bis zum 11. November und ist jeweils freitags und samstags von 13 bis 18 Uhr sowie sonntags von 13 bis 16 Uhr zu sehen. Gottfried Müller wird während der Öffnungszeiten anwesend sein und live an seinem "missratenen Haus Nr. 12" zeichnen.

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