Berg am Laim Hebauf beim ESV

Ehrgeizige Ziele bei Bauzeit und Kosten: Zweiter Vorsitzender Josef Koch bei seiner Rede zum Richtfest.

(Foto: Robert Haas)

Noch dieses Jahr wollen die zehn Abteilungen des Klubs in der neuen Halle trainieren

Von Patrik Stäbler, Berg am Laim

Auf der Bautafel steht es noch schwarz auf weiß: "Fertigstellung Frühjahr 2020." Doch diese Angabe ist, wie bei so vielen Großprojekten in München in Zeiten von Bauboom und Handwerkermangel, auch beim geplanten neuen Sportzentrum des ESV München-Ost an der Hermann-Weinhauser-Straße voraussichtlich nicht mehr korrekt. Doch während es andernorts meist zu Verzögerungen kommt, will der größte Verein im Stadtteil Berg am Laim schneller fertig werden als ursprünglich geplant. Noch heuer werden die zehn Abteilungen des Klubs in die neue Halle einziehen und dort trainieren können, gibt sich Josef Koch überzeugt, der Zweite Vorsitzende und Baubeauftragte des ESV.

Wie weit das neue Sportzentrum schon gediehen ist - davon haben sich die Besucher am Donnerstagabend beim Richtfest überzeugen können. Der Rohbau der Dreifachturnhalle ist also fertig; dazu kommen im oberen Bereich eine Anlage für die Sportschützen des ESV mit zwölf elektronischen Ständen, ein Trainingsraum für die Gewichtheber, ein Gymnastik- und ein Jugendraum sowie eine Teeküche. Sieben Millionen Euro soll der Neubau kosten. Ob diese Höchstgrenze gehalten werden kann? "Das ist keine Frage des Sollens", antwortet Koch, der jahrzehntelang dem Bezirksausschuss in Berg am Laim angehörte, davon 22 Jahre als Vorsitzender. "Die Kosten dürfen sieben Millionen Euro nicht überschreiten. Und ich bin überzeugt, dass sie es auch nicht tun werden."

Koch blickte auf die lange Vorgeschichte des neuen Sportzentrums zurück. So hatte der Verein seine 1933 in Eigenleistung errichtete Anlage an der Baumkirchner Straße aufgeben müssen, als dort das Neubaugebiet Baumkirchen Mitte geplant wurde. Bei der Suche nach einer neuen Heimat brachte schließlich die Idee eines Tauschgeschäfts des Investors CA Immo den Durchbruch: Das Vereinsgebäude wurde für die Bebauung abgerissen, ein Discounter zog in den Neubau am Bahnhof Berg am Laim, und auf dessen ehemaligem Grundstück an der Neumarkter Straße errichtet nun wiederum der ESV sein Sportzentrum.

"Als ich 2011 erstmals gehört habe, dass der Verein an dieser Stelle bauen will, habe ich mir gedacht: Wer geht freiwillig in dieses Eck, wo es nur Rotlicht und Spielhallen gibt?", sagte Bezirksausschuss-Chef Robert Kulzer (SPD) in seinem Grußwort. Doch rückblickend habe sich die Entscheidung als goldrichtig erwiesen, "denn dieses Gebiet befindet sich mitten in einer fantastischen Umgestaltung". Kulzer wünschte dem ESV ebenso viel Glück und Weitsicht bei dessen nächstem Großprojekt: dem geplanten Neubau eines Fußballplatzes auf dem städtischen Areal an der Thomas-Hauser-Straße. "Da muss heuer noch eine Entscheidung fallen", sagte er. Schließlich müsse der Verein seinen Fußballplatz an der Truderinger Straße voraussichtlich bis zum nächsten Jahr räumen, wenn dort und auf dem benachbarten Acker 750 neue Wohnungen entstehen.