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Berg am Laim:Chor der Kritiker wächst

Auch die Berg am Laimer lehnen die Güterverkehrspläne der Bahn ab

Der Bezirksausschuss Berg am Laim ist eher am Rande betroffen von den Plänen der Bahn, die Güterverkehrswege im Osten - vor allem die Truderinger und Daglfinger Kurve und Truderinger Spange - auszubauen. Trotzdem schließt sich das Gremium dem verheerenden Urteil über einen Entwurf des Planungsreferats zu diesem Thema an, das bereits Vertreter der Bürgerinitiativen und die Bezirksausschüsse aus Trudering und Bogenhausen gefällt haben.

"Die Vorlage ist nicht ausreichend und wird der Größe des Vorhabens nicht gerecht." So heißt es nun in Berg am Laim, auch dort wird eine Überarbeitung gefordert, die ebenso die vielen Anträge von Bezirksausschüssen und Bürgerversammlungen zu dem Aufregerthema berücksichtigt. Die Berg am Laimer fordern nun ebenfalls "einen sachkundigen Projektverantwortlichen als Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung für die betroffenen Bürger und Bezirksausschüsse, derzeit am sinnvollsten angesiedelt beim Planungsreferat". Am wichtigsten ist den Lokalpolitikern, dass keine Tatsachen geschaffen werden, die einen sinnvollen Ausbau des Personennahverkehrs einschränken.

Eine weitere Forderung: "Die Bürger des Stadtbezirks und insbesondere des Gleisdreiecks Trudering ertragen zurzeit in der Spitze 800 Zugbewegungen pro Tag. Durch die steigenden Verkehrszahlen werden die Emissionen ebenfalls zunehmen. Aus diesem Grund ist eine Bewertung dieser steigenden Emissionen und die Auswirkungen auf die Bewohner durch das Planungsreferat vorzunehmen. Emissionsschutz ist nach den Vorgaben für Neubauten auch für bestehende Gleise anzuwenden, Lärm- und Erschütterungsschutz ist nach Neubaustandard auszuführen."

Genau wie die Nachbarn stellen aber auch die Berg am Laimer die Grundsatzfrage, ob es nicht sinnvoller wäre, den Durchgangs-Güterverkehr aus der Stadt rauszuhalten, genau wie sie verlangen sie eine Machbarkeitsstudie darüber, diesen teilweise entlang der A 99 zwischen Haar und Karlsfeld zu führen.

Auch im Rathaus bleibt das Thema virulent: Manuel Pretzl (CSU) verlangt in einem Antrag an den Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), die Stadt solle sich alle relevanten Daten beschaffen, sie solle darauf dringen, dass die Bahn ihre Projekte im Münchner Osten "aus einem Guss" plant - und den Anwohnerschutz dabei tatsächlich gewährleistet.

© SZ vom 04.12.2019 / rE

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