Berg am Laim Alles gestemmt

Nur geklebt: Das Berliner Künstlerkollektiv Klebebande kreiert mit Klebebändern Bilder, Räume und sogar auch Fahrzeuge. Künftig sollen die außergewöhnlichen Arbeiten das Treppenhaus des neuen Gebäudes verschönern.

(Foto: Catherina Hess)

Das neue Hochhaus "Atlas" ist im Rohbau fertig

Von Alfred Dürr, Berg am Laim

Mit seiner weithin sichtbaren orangefarbenen Kugel auf dem Dach war und ist das 62 Meter hohe Bürogebäude an der Rosenheimer Straße eine der markantesten Immobilien des Werksviertels beim Ostbahnhof. Lange stand das Hochhaus leer, bis vor eineinhalb Jahren das Unternehmen Art-Invest Real Estate in ein umfassendes Recycling des Hochhauses investierte - ohne einen einzigen Mietvertrag in der Hinterhand zu haben.

Jetzt ist "Atlas", wie das Projekt in Anlehnung an das Kugel-Signet mit seinen 7,5 Metern Durchmesser und den 13 Tonnen Gewicht, heißt, im Rohbau fertig. Der Turm mit seinen 14 Geschossen wurde vollständig entkernt. Er erhält eine neu gestaltete Fassade, daneben entsteht ein sechsgeschossiges Basisgebäude. Entworfen hat den Gesamtkomplex das Münchner Büro OSA Ochs Schmidhuber Architekten. Das Büroensemble wurde inzwischen an die Allianz Real Estate verkauft. Acht Monate vor Fertigstellung ist "Atlas" ausgebucht: Alle Flächen konnten vermietet werden. Ferdinand Spiess, Partner und Münchner Niederlassungsleiter von Art-Invest, sieht darin einen klaren Hinweis auf die hohe Attraktivität des Werksviertels.

Das bestätigt einer der Hauptmieter. Michael Schmutzer ist Chef des Unternehmens Design Offices, einem der größten Anbieter für neue Bürokonzepte in Deutschland. Die Flächen, die er im Hochhaus hat, seien sehr effizient und besonders flexibel zu gestalten. Wichtig ist für ihn, dass kein gelackter Neubau entsteht. Der Loft-Charakter soll erhalten bleiben, dieses Ambiente werde heute auch stark nachgefragt.

Das Richtfest nutzte das Berliner Künstlerkollektiv Klebebande für eine Performance. Das Team gestaltet mit Klebebändern Fassaden, Räume, Messestände oder auch Fahrzeuge. Künftig werden sie das Treppenhaus sowie die zwölf Meter hohe Innenwand mit ihrer Kunst schmücken. Auch mit speziellen Lichteffekten soll das neue alte Hochhaus innen und außen in Szene gesetzt werden.