Band der Woche:Mirror Lane

Zur Hymne auf die Jogginghose schickten die Fans ihre Tanzvideos

Von Amelie Völker

Die Münchner Band "Mirror Lane" hat eine Hymne auf die Jogginghose geschrieben. "Gym Class Bottoms", Gymnastikhosen, heißt ihr Song, den sie im Frühjahr veröffentlicht haben. "Die Jogginghose bedeutet Sicherheit und das Gefühl von Zuhause, der Alltag wird ausgemacht und das Leben fängt an", sagt James Scobie. Zusammen mit Fabian Muschelknautz, genannt Fabo, hat er die Band gegründet. Für das Musikvideo von "Gym Class Bottoms" forderten sie Fans dazu auf, Tanzvideos zu schicken - jogginghosentragend. Der Aufruf klappte. Im Video sieht man lauter Menschen, die ihre ausgeleierten Sweatpants, engen Leo-Leggings und lockeren Adidashosen feiern. Oft nebeneinander in Kacheln, wie in einer Videokonferenz. Das Musikvideo schaffte Nähe in einer Zeit, als Musiker und Fans sich fern waren. Fabo sagt: "Gym Class Bottoms ist ein Song, der uns alle verbindet."

Mirror Lane machen Pop. Schnelle Gitarren, klare Beats, präsente Vocals und eingängige Melodien. Sie klingen international und nach Mainstream. "Für mich bedeutet Popmusik im Generellen, dass du mit sehr einfachen Mitteln sehr viel schaffen kannst", sagt Fabo. Er und James lernten sich Anfang 2020 über die Irish-Pub-Szene kennen. Im Februar 2020 beschloss Fabo, seinen Job zu kündigen, um Musiker zu sein. Ein schlechter Zeitpunkt. "Uns wurde erstmal die Lebensweise genommen", sagt Fabo. "Aber was man uns nicht nehmen konnte, war das Musikmachen." Also schrieben und veröffentlichten sie Songs. Einen Song pro Monat. Die Resonanz, insbesondere auf YouTube, war groß: Inzwischen haben viele ihrer Videos um die 50000 Aufrufe. Die beiden jungen Musiker machen alles in Eigenregie. Fabo und James sind Perfektionisten und verfolgen große Ziele. Fabo sagt: "Unser Traum ist es, ein Konzert zu spielen, bei dem die Zuschauer die Lyrics zu den Songs auswendig und lautstark mitsingen."

Dass das Leben nicht nur poppig und happy ist, musste Sänger Fabo vor einigen Wochen erfahren: Mit einer Herzmuskelentzündung kam er ins Krankenhaus. Zum Glück ging nochmal alles gut. Doch nach einem wochenlangen Krankenhausaufenthalt käme man schon ins Grübeln, was wirklich wichtig sei, sagt Fabo. "Für uns ist die Antwort einfach: Wir wollen Musik machen." Trotzdem seien die Ereignisse der letzten Wochen nicht spurlos an der Band vorbei gegangen. Ihre Gefühle sind auch in ihrem neuen Song spürbar, den sie Ende Juni veröffentlicht haben. Er heißt "Don't Just Wanna Dance".

© SZ vom 05.07.2021
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