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Band der Woche:Levin

Unter diesem Namen veröffentlicht Konstantin Molodovsky seine Musik - manche Songs entstehen an einem einzigen Tag

Von Johanna Schmidt

"Sag nicht Lebwohl / Sag auf Wiedersehen. Ich bleib dir treu/ Wirst du auch von mir gehn." Gesungen werden diese Zeilen von Konstantin Molodovskys Großmutter. "Vor allem im Nachhinein ist der Text sehr rührend. Wir haben den Song auf der Beerdigung meines Großvaters gespielt", sagt Konstantin. Über das Feature hat sich Yung Dorothea, wie die 91-Jährige auf der EP "Every End Is A New Beginning" genannt wird, gefreut. "Auch wenn sie ihre Stimme durch das Autotune fast nicht erkannt hat", beschreibt Konstantin die Reaktion und muss dabei lachen.

Auch auf der nächsten EP von Levin - unter diesem Namen veröffentlicht Konstantin seit dem vergangenen Jahr Musik - wird es Features geben. "Bloom & Wither" wird die EP mit acht Songs heißen, die am 22. April erscheint. Die Instrumentals und Produktion stammen dabei von Levin, Lyrics und Gesang sind von unterschiedlichen Künstlern und Künstlerinnen aus München. Beispielsweise von Kaan Muratoski. Der ist eigentlich kein Musiker, sondern schreibt Gedichte, ist Maler und Fotograf. "Ich habe ein Gedicht von ihm bei Insta gesehen und ihn gefragt, ob er Lust hätte, daraus einen Song zu machen. Er hat ja gesagt. Beim Einsingen haben wir dann gemerkt, dass er ein ziemlich guter Sänger ist", sagt Levin. Seine Angst beim Aufnehmen der EP war dann vor allem, dass die Songs nicht zueinander passen, sich anhören wie "die Bravo-Hits 55". Doch es ist vor allem der prägnante, teils rohe, sehr eigene Sound von Levin, der alles miteinander verbindet.

Konstantin hat seine eigene Technik beim Schreiben und Produzieren gefunden. Das Produzieren hat er sich, wie auch das Gitarre spielen, selbst beigebracht. "Am Anfang habe ich einfach ausprobiert. An Knöpfen gedreht, von denen ich keine Ahnung hatte, für was sie da sind." Die Basis der Songs bilden Schlagzeug und Gitarre. Wobei er meist versucht, das eine mit dem anderen zu ergänzen. So treffen dann auch mal ruhige und leise Gitarrenspuren auf ein Drum 'n' Bass-Schlagzeug. Die Lyrics sind meistens kurz. Selten länger als 16 Zeilen. Für ihn muss "der Beat atmen können".

Doch ist Levin nicht Konstantins einziges Projekt. Der 23-Jährige ist zudem Teil der Pinkhaircloutgang und Gitarrist der Band Kann Tod Frieden Bringen. Dass er trotz aller Projekte einen derart großen Output hat, liegt vielleicht daran, dass seine Songs teilweise innerhalb von einem Tag entstehen und fertiggestellt werden. Manchmal sogar mit Video. So wie "Inside a Box". "Ein Song ist für mich wie ein Foto, eine Momentaufnahme", beschreibt Konstantin seine Sicht.

© SZ vom 19.04.2021
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