Band der Woche:Emmerich

Mit seinem Soloprojekt taucht Moritz Hammrich ins Pop-Punk-Genre ein

Von Clara Löffler

Sucht man im Internet nach Emmerich, fällt das Ergebnis eher mau aus. Googelt man jedoch Moritz Hammrichs bürgerlichen Namen, stößt man schnell auf die Alternative-Rock-Band Blackout Problems, die längst über die Grenzen Münchens hinaus Bekanntheit erzielt hat. Eigentlich müsste man meinen, dass Moritz als Gitarrist der Band ausgelastet ist. Erst dieses Jahr haben die vier Mitglieder wieder ein neues Album veröffentlicht. Doch mit seinem neuen Soloprojekt Emmerich habe er sich "challengen" wollen, sagt der 29-Jährige, denn als Musiker sollte man nie aufhören, sich selbst zu verwirklichen.

Emmerich, das ist Moritz' zweiter Name und der Name seines Großvaters. Genauso persönlich ist auch seine erste EP "Ufo Emo", die am Freitag, 8. Oktober, erscheinen wird. "Ich bin der Ufo Emo", sagt Moritz. "Ich hänge gerne alleine nachts in meiner Küche rum und bilde mich über das Ufo-Phänomen. Das mache ich seit circa zehn Jahren." Emo ist für Moritz mehr als eine Jugendkultur, das Wort signalisiert, dass er nicht davor zurückscheut, Emotionen zuzulassen. "Ich lasse gerne Traurigkeit oder Einsamkeit auf mich wirken, um mich auf irgendeine Art und Weise inspirieren zu lassen", sagt er. "I love sad songs", singt Moritz auch in einem von drei Songs, der bereits 2016 entstand.

Während bei Blackout Problems Mario Radetzky für die Texte verantwortlich ist, stammt Ufo Emo allein aus Moritz' Feder. Für Außenstehende mag der rote Faden bei diesem Werk zunächst schwer zu erkennen sein, doch verleiht er hier unterschiedlichen Phasen in seinem Leben Ausdruck. Teilweise reichen diese weit zurück, wie bei "Motherland". Als Kind litt Moritz unter einer Schlafstörung, die Pavor nocturnus heißt, er schreckte nachts auf, weinte und schrie. Das einzige, an das er sich am nächsten Morgen erinnern konnte, war dieser eine wiederkehrende Traum, in der er von einer Rakete zurückgelassen wird und stirbt. Im Song "Motherland" verarbeitet er diese Erfahrung.

Musikalisch verortet sich Moritz unter dem Genre "Pop-Punk", dennoch ist der Einfluss seiner Band nicht zu überhören: "Ich kann nicht verbergen, dass ich bei Blackout spiele", sagt er. "Ich habe natürlich meinen Style über die Jahre gitarrenmäßig dort gefunden."

Seine Kollegen von den Blackout Problems stehen bei dem Soloprojekt voll hinter ihm. Während der härteren Zeit der Corona-Pandemie halfen sie ihm, die Songs im eigenen Studio aufzunehmen. Als dann wieder erste Konzerte möglich waren, unterstützte ihn Michael Dreilich live mit dem Schlagzeug, wie etwa beim Sound Of Munich Now Festival. Das Video des Auftritts wird im November ausgestrahlt. Schon bald also dürfte man den Namen Emmerich mit mehr verbinden als mit einer Stadt am Rhein oder dem deutschen Regisseur.

© SZ vom 27.09.2021
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