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Band der Woche:Compadre

Seit 2019 machen Steven Franklin, Roy Williamson und Sassan von Papp gemeinsam Musik. Ihren Stil könnte man als Heavy Bluesrock bezeichnen

Von Johanna Schmidt

Geplant war, Zubehör für die Gitarre zu finden. Was am Ende rauskam: eine Band. So lässt sich die Entstehungsgeschichte von Compadre einfach zusammenfassen.

Steven Franklin wollte in Nürnberg einen Gitarrenständer kaufen, als er auf Roy Williamson traf. Sie verstanden sich gleich - auch musikalisch - so gut, dass sie beschlossen, eine Band zu gründen. Auf der Suche nach einem Drummer stießen sie dann online auf Sassan von Papp. Seit 2019 machen sie als Compadre gemeinsam Musik, die sie als Heavy Bluesrock bezeichnen.

Heavy kann man hier als sehr energiegeladen verstehen. Das zieht sich von der Ballade "Whisper" bis zu dem sehr nuancenreichen Sound von "Green Screen Sex Scene", der exemplarisch für die Vielfältigkeit der Band steht. Der Song beginnt mit treibenden Gitarrenriffs, die gemeinsam mit dem Schlagzeug immer wieder Teile des Songs tragen, unterbrochen von ruhigeren Parts und Breaks, die Roys Stimme in den Vordergrund treten lassen. So entsteht ein organisch gewachsenes, harmonisches Klangbild.

"Man muss ich das bei uns wie diese Diagramme, bestehend aus drei Kreisen vorstellen. Da, wo sich die Kreise treffen, ist unsere shared music und in den Kreisen außerhalb findet sich der weird stuff", sagt Roy. Mit "weird stuff" meint er vor allem die Musik, die die drei aus ihren unterschiedlichen Herkunftsorten mitbringen, aber auch die persönlichen musikalischen Vorlieben. Steven, 28, der aus Austin, Texas, kommt, sieht seine Einflüsse beim Bass vor allem im Blues, auch wenn er selbst vermehrt Funk hört. Roy, 27, der aus Glasgow stammt, hört hingegen Blues und Sassan, 27, ist Fan von klassischen Rock-Größen wie Led Zeppelin oder Guns n' Roses. All das kommt dann beim gemeinsamen Jammen, aber auch beim Musikhören während des Autofahrens zusammen und bildet die Basis für das musikalische Schaffen der Band.

Compadre verstehen sich vor allem als Live-Band. Auch wenn sie seit ihrer Gründung nur wenig Gelegenheit hatten, das unter Beweis zu stellen, lässt sich das aus ihrer bereits veröffentlichten Musik heraushören. Ihre Energie braucht eine Bühne, aber vor allem Zuhörer. Vielleicht auch außerhalb von Deutschland - darüber denken sie nach. Roy sieht Chancen dafür in Großbritannien. Gerne natürlich auch in Schottland, wo er herkommt. Er sagt: "Dort gibt es eine sehr vielfältige Indie-Musikszene. Aber jetzt warten wir erstmal auf den Sommer, um auch in München spielen zu können."

© SZ vom 01.03.2021
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