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Babyleiche in Zug:Von der Mutter fehlt jede Spur

Kaum Hinweise aus der Bevölkerung: Nach dem grausigen Fund einer Babyleiche in einem Zug aus Budapest sucht die Polizei noch immer nach der Mutter. Ersten Ermittlungen zufolge könnte der Säugling bereits vor der deutschen Grenze geboren worden sein.

Von Florian Fuchs

Nach dem Fund einer Babyleiche auf einer Zugtoilette in München fehlt von der Mutter nach wie vor jede Spur. "Wir haben noch keine Hinweise", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Die Beamten sind sich auch nicht sicher, ob die Frau überhaupt bis München gefahren ist.

Es sei wahrscheinlich, dass das Baby bereits in Österreich zur Welt gekommen ist. Der genaue Todeszeitpunkt stehe jedoch noch nicht fest, so die Polizei. Man warte noch auf das abschließende Gutachten aus der Rechtsmedizin. Offenbar hatte das Baby nach der Geburt noch gelebt, wurde dann aber umgebracht.

Am Dienstagmorgen gegen 4 Uhr hatte ein Putzteam die Leiche eines Säuglings in einem Fernzug aus Budapest gefunden. Der Railjet RJ 68 der Österreichischen Bundesbahn (ÖBB) war zu diesem Zeitpunkt auf dem Abstellgleis 54 zwischen Hackerbrücke und Donnersberger Brücke geparkt.

Bislang sind bei der Polizei erst zwei Hinweise eingegangen. Allerdings konnten die Beamten einige Personen ermitteln, die in dem Zug waren und als mögliche Zeugen dienen könnten.

Derzeit ist die Polizei noch mit der Auswertung der Videoaufnahmen von den Bahnhöfen zwischen Budapest und München beschäftigt. Dies sei sehr aufwändig und könne auch noch einige Zeit dauern. Es wird auch noch geklärt, ob nicht das Landeskriminalamt Wien die Ermittlungen übernimmt.

Die Polizei bittet Personen, die sich in dem Zug (RJ 68) von Budapest über Wien, Salzburg und Rosenheim nach München aufgehalten haben oder Hinweise zum Geschehensablauf oder der Person der Mutter machen können, sich mit der Mordkommission München unter 089/29-10-0 oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

© SZ.de/bica
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