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Aubing:Überrollt

Der Zuzug nach Freiham macht den Ausbau der Verkehrswege - hier das Autobahndreieck München-Südwest - erforderlich.

(Foto: Catherina Hess)

Bürgervereinigung veranstaltet wegen des großen Andrangs einen zweiten Infoabend zum Freihamer Verkehrskonzept

Mit so einem Andrang hatte die Bürgervereinigung Aubing-Neuaubing dann doch nicht gerechnet. Mehr als 200 Besucherinnen und Besucher wollten sich im Bürger- und Kulturzentrum Ubo 9 über das umstrittene Freihamer Verkehrskonzept informieren lassen. "Rein durften aber nur 130", sagt die Vorsitzende Karin Binsteiner. Die Folge: ein überfüllter Infoabend, der nun noch einmal für all diejenigen wiederholt wird, die die Debatte verpasst haben. Am Ende des ersten Abends unter der Regie der Bürgervereinigung stand einmal mehr die Forderung, den zweiten Bauabschnitt in Freiham so lange nicht zu realisieren, bis die Siedlung an das U-Bahn-Netz angeschlossen, die S-Bahn-Linie 4 und die Autobahnumgehung A 99 jeweils ausgebaut sind.

Im Mittelpunkt der Ängste, welche die Aubinger nicht zum ersten Mal geäußert haben, steht der zeitliche Horizont der Verkehrsprojekte. Gebaut werden die neuen Wohnungen bereits fleißig, das Erschließungsnetz wird aber erst in vielen Jahren fertiggestellt sein - vor allem, wenn man die großen Infrastrukturmaßnahmen wie den Ausbau der S 4, die Verlängerung der bisher nur bis Pasing konkreten U 5 und den sechsspurigen Ausbau der A 99 betrachtet. "Wir haben zwar dann vielleicht genügend Wohnungen", sagt Binsteiner, "aber keiner kommt mehr von A nach B." Dabei war allen Anwesenden wichtig, keineswegs die ehrgeizigen Baupläne für das Neubauviertel torpedieren zu wollen. "Aber wir können uns auch nicht mit dieser Verkehrsplanung abspeisen lassen."

Während der ganz große Wurf im äußersten Westen der Stadt 15 bis 20 Jahre auf sich warten lassen dürfte, zweifeln die ortskundigen Aubinger vehement an den vorgelegten Verkehrsprognosen sowie den Ab- sowie Umleitungsszenarien in ihrem direkten Umfeld. Gerade die Straßen und Sträßchen im Aubinger Dorfkern halten sie keinesfalls geeignet für größere Verkehrsströme.

Wer sich entsprechende Sorgen macht, ist jetzt aufgerufen, sich schriftlich an die Stadtspitze, die Stadtbaurätin und die bayerische Staatsregierung zu wenden. Einen entsprechenden Musterbrief hat die Bürgervereinigung bereits auf ihre Internetseite gestellt. Darin wird gefordert, "dass das Verkehrskonzept Freiham nochmals neu gedacht und überplant wird. Die den heutigen Planungen zu Grunde liegenden Daten scheinen jedenfalls überholt zu sein".

Den Vorschlag, ein Bürgerbegehren zu starten, sehen allerdings selbst die Aktivisten von der Bürgervereinigung recht skeptisch - es werde wohl das nötige Quorum nicht erreichen, heißt es bei ihnen. Die Debatte wird jedenfalls im Stadtviertel weitergehen - zunächst am Donnerstag, 7. Februar, 19 Uhr, im Ubo 9, Ubostraße 7 bis 9. Auch dann heißt es "Für ein lebenswertes Aubing", beim eigens anberaumten Zusatztermin.