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Aubing:Rückenwind aus Berlin

Grünes Trio: Dieter Janecek, Cem Özdemir und Katrin Habenschaden (von links) in Aubing.

(Foto: Robert Haas)

Cem Özdemir setzt sich für viergleisigen Ausbau der S 4 ein

Von Ellen Draxel, Aubing

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir will sich dafür einsetzen, dass die S 4-West wenigstens bis Fürstenfeldbruck viergleisig ausgebaut wird. Er werde diesbezüglich tun, was immer er könne, versprach der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag Bürgern und Lokalpolitikern aus Stadt und Landkreis bei einem Treffen am Aubinger S-Bahnhof am Mittwoch. Laut Prognosen der Bundesregierung solle sich das Verkehrsaufkommen auf den Gleisen bis 2030 im Durchschnitt verdoppeln - und "man löst einen Engpass nicht, indem man neue Engpässe schafft", sagte Özdemir mit Verweis auf den bislang lediglich dreigleisig geplanten Ausbau der Strecke.

Özdemir war auf Initiative von Dieter Janecek (Grüne) nach Aubing gekommen, zu dessen Bundestagswahlkreis der 22. Stadtbezirk gehört. Am S-Bahnhof traf er dann auch auf Stadträtin Katrin Habenschaden, OB-Kandidatin der Grünen. "Die S4", erklärte die Aubingerin ihrem Fraktionskollegen aus Berlin, "ist für München ein großer Problemfall". Die Strecke sei bereits heute sehr stark frequentiert, und dieser Druck werde angesichts des Wachstums in der Stadt und der Region noch zunehmen. "Ein dreigleisiger Ausbau ist nicht zukunftsorientiert - deshalb hoffen wir auf Rückenwind vom Bund."

Die Grünen-Lokalpolitikerin Dagmar Mosch von der Bürgerinitiative "S 4-Ausbau jetzt" übergab Özdemir das Positionspapier der Initiative. Dass die Brückenbauwerke derzeitig nur für drei Gleise realisiert werden sollen, hält die seit neun Jahren kämpfende, überparteiliche Initiative für einen gravierenden Fehler: Sie fordert zumindest eine "Aufwärtskompatibilität" auf vier Gleise. "Denn wenn diese Brücken erst mal stehen, dann ändert sich 50 Jahre lang nichts mehr", ist der Eichenauer Martin Eberl (SPD) überzeugt. Von der Bundespolitik erwartet sich die Initiative zudem eine Gesetzesänderung bei der Bewertung einer Nutzen-Kosten-Analyse - derzeit wird noch zwischen Straßen- und Schienenbau unterschieden.

© SZ vom 09.01.2020

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