Aubing Kiechle soll helfen

Heim vieler Nutzer: Die Alte Schule diente unter anderem als Kinderbewahranstalt; das Bild entstand um 1915.

(Foto: Privat)

Förderverein kämpft darum, dass das Alte Aubinger Schulhaus unter Denkmalschutz gestellt wird

Von Ellen Draxel, Aubing

Die Alte Aubinger Schule ist ein wertvolles Zeugnis der Geschichte. Dieser Auffassung ist der Förderverein 1000 Jahre Urkunde Aubing seit jeher - und seine Mitglieder werden nicht müde, im Bemühen um die Erhaltung des Gebäudes neue Bündnispartner zu suchen. Nun soll die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Marion Kiechle, dabei helfen, das alte Schulhaus unter Denkmalschutz zu stellen. Denn vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege sieht sich der Förderverein um Klaus Bichlmayer nicht ausreichend unterstützt, eine Aufnahme in die Liste der Einzeldenkmäler lehnte die Behörde 2012 und 2016 jeweils ab.

"Leider kam die erste Begehung im Jahr 2012 durch einen Vertreter des Landesamts zu einer Reihe von nachweislich falschen Feststellungen, die zu einer Ablehnung führten", schreibt Fördervereins-Chef Klaus Bichlmayer in einem offenen Brief an die Ministerin. Die Vorwürfe richten sich an die Adresse von Generalkonservator Matthias Pfeil. Weil die Aubinger von der denkmalwürdigen Bedeutung des Gebäudes nach wie vor überzeugt sind, versuchte der Förderverein seit 2016 wiederholt, mit neuen Argumenten und Untersuchungsergebnissen das Landesamt von der aus Vereinssicht falschen Einschätzung abzubringen, zuletzt im Mai 2018. "Leider erfolglos, unter anderem auch deshalb, weil sich das Landesamt über mehr als zwei Jahre hinweg weigert, unsere schriftlich und mündlich vorgetragenen Beweismittel und Argumente für eine Denkmalwürdigkeit wenigstens in einer schriftlichen Stellungnahme zu entkräften." Bichlmayer wundert sich im Brief an die Ministerin offen darüber, dass die Denkmalschutzbehörde den Dialog nicht zumindest aufrechterhält. "Stattdessen versteckt sich das Landesamt hinter einer Mauer des Schweigens."

Der Förderverein verlangt nun einen erneuten Ortstermin und gegebenenfalls eine schriftliche Begründung, falls das Landesamt bei seiner Auffassung bleiben sollte. Das erste Aubinger Schulhaus an der Altostraße 16 befindet sich im Umgriff des Dorfkern-Ensembles. 1822 nach Musterplänen des Architekten Gustav Vorherr erbaut, markiert es nach Vereinsansicht eine historische Abkehr von damals üblichen, eher primitiven Unterrichtsräumen in Bauernhäusern hin zum Unterricht in eigens dafür nach modernen Standards errichteten Schulhäusern. Die Alte Schule sei nicht nur wegen ihres Alters von fast zweihundert Jahren und der ununterbrochenen Nutzung für das Gemeinwohl des Ortes als Schule, später Polizeistation, Sozialstation und Kindergarten, Volkshochschul-Außenstelle und Zweigstelle des Bayerischen Roten Kreuzes für Aubing von geschichtlicher Bedeutung, so der Förderverein. Sondern auch wegen ihrer damals richtungweisenden neuen Architektur.