bedeckt München 13°

Aubing:Intelligentes Management

Lokalpolitiker wollen Parkraum in Tiefgaragen besser nutzen

Parkplätze sind in großen Teilen Münchens ein rares Gut. Wer keinen eigenen Stellplatz hat, tut sich oft schwer, für sein Auto im öffentlichen Raum eine freie Parkfläche zu finden. Dabei, sagt Tobias Müller, gebe es eigentlich jede Menge nutzbaren Parkraum. In Tiefgaragen von Mietshäusern etwa, tagsüber, wenn die Bewohner an ihrem Arbeitsplatz seien. Oder auch in Urlaubszeiten. Man müsste sich nur um die Organisation dieser freien Stellplätze kümmern.

Tobias Müller (FDP) ist Lokalpolitiker im Bezirksausschuss Aubing-Lochhausen-Langwied. Mit seiner Fraktion "Junge Aubinger" hat der Ingenieur einen Antrag initiiert, der die "Förderung von Intelligenten Parkplatzmanagementsystemen für Mietwohnungsgebäude" zum Ziel hat. "Ein erheblicher Anteil der vermieteten Stellplätze wird über kürzere oder längere Zeiträume nicht genutzt", weiß der Neuaubinger, der bei BMW im Bereich vernetzte Fahrzeuge arbeitet. Sie könnten belegt werden, würde man nur die heute möglichen Technologien zu Rate ziehen. Bislang aber dominiere eine "unnötige Belastung öffentlicher Parkflächen". Müller verweist auf innovative Unternehmen und Start-ups wie die Firma "Park Here", gegründet von drei ehemaligen Studenten der TU München. Dieses Unternehmen hat ein Konzept zur Parkraum-Optimierung mittels App und Schranke entwickelt, das bedarfsorientierte Buchungen auf Tages- und Stundenbasis ermöglicht.

Doch ein Engagement muss sich für Eigentümer lohnen. Deshalb, so Müller, solle die Stadt die Einführung solcher Systeme bei Wohnkomplexen mit mehr als 40 vermieteten Stellplätzen fördern. In Sanierungsgebieten wäre es dann Aufgabe der Münchner Gesellschaft für Stadterneuerung (MGS), die aktive Bewerbung gegenüber den Hausherren zu übernehmen. Außerdem fände es der BA sinnvoll zu prüfen, ob intelligentes Parkplatzmanagement bei Neubauprojekten im Rahmen der Baugenehmigung gleich verpflichtend integriert werden kann. Ausgenommen von diesem Procedere sollen aber Menschen mit einer Behinderung sein - weil sie einen "individuellen Bedarf" haben und feste Parkplätze brauchen.

© SZ vom 05.09.2020 / EDA

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite