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Aubing:Eine Flut von Anträgen

Projekt aus den Anfangsjahren: Kinder malen 2013 Hüpfspiele auf den Parkplatz vor dem Spielhaus.

(Foto: Stephan Rumpf)

Stadtbezirk stockt seinen Kinder- und Jugendfonds "Lasst uns mal ran" erneut auf

5000 Euro - diese Summe steht Kindern und Jugendlichen aus dem Stadtbezirk Aubing-Lochhausen-Langwied vom Jahr 2021 an zur Verfügung, um ihre Projekte zu verwirklichen. Der Bezirksausschuss hat, nachdem er die bis 2019 übliche jährliche Finanzspritze in Höhe von 2000 Euro für den Kinder- und Jugendfonds "Lasst uns mal ran" für 2020 bereits auf 4000 Euro verdoppelt hatte, das Budget des Topfs noch einmal um tausend Euro aufgestockt. ",Lasst uns mal ran' wird immer bekannter, heuer erreichte uns trotz oder vielleicht auch wegen Corona eine unglaubliche Flut an Anträgen", sagt die Kinder- und Jugendbeauftragte Christina Stelzer (CSU).

Kinder und Jugendliche, das ist die Idee hinter dem Partizipationsmodell, wissen selbst am besten, was sie brauchen. Allerdings fehlen ihnen in der Regel die finanziellen Mittel, ihre Wünsche für Verbesserungen in ihrem Wohnumfeld, in Freizeiteinrichtungen oder in der Schule auch in die Tat umzusetzen. Dank des Fonds haben sie im 22. Stadtbezirk nun seit neun Jahren die Möglichkeit dazu.

Dabei ist das Konzept von "Lasst uns mal ran" denkbar einfach: Wer eine Idee hat, bewirbt sich selbständig oder mithilfe einer der Jugendeinrichtungen im Viertel um eine Förderung. Die Mädchen oder Jungen müssen dafür lediglich ein Formular ausfüllen und es an Kultur- und Spielraum an die August-Exter-Straße 1 schicken. Oder sich an den Bezirksausschuss wenden, der das Geld bewilligt. Maximal 500 Euro Zuschuss gibt es für ein Projekt, eine Jury, bestehend aus mehreren Gleichaltrigen und einigen Erwachsenen, entscheidet über die Mittelvergabe. Danach haben die Antragsteller ein halbes Jahr Zeit, ihre Vision in die Tat umzusetzen. Und damit den Stadtteil Stück für Stück ein bisschen mehr nach ihren Vorstellungen zu verändern. Rund 50 Projekte, darunter ein schöner Grillplatz, Hochbeete, Spielhäuser, Tanzkurse, eine Graffitiwand oder auch diverse Spielaktionen sind so seit 2011 schon von den Jugendlichen in Eigenregie realisiert worden.

Junge Menschen mit demokratischen Prozessen vertraut zu machen, ist Aubings Lokalpolitikern seit Langem schon ein Anliegen. Die Bürgervertreter sind nicht nur Vorreiter des Modells "Lasst uns mal ran", das es inzwischen auch in anderen Stadtteilen gibt. Sie veranstalten auch jedes Jahr ein eigenes Kinder- und Jugendforum, bei dem die jungen Politinteressierten Anträge stellen und anschließend darüber abstimmen können.

© SZ vom 02.01.2021 / EDA
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