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Atriumhaus:Die da drinnen

Die Wort "Psychatrie" steht im Atriumhaus in München nirgends. Dafür: "Krisenstation" oder "Krisenambulanz".

(Foto: Illustration Jessy Asmus)

In der Psychiatrie, da sind die Verrückten. Meint man. Dabei treten viele durch die Tür des Atriumhauses: Rentner und Unternehmer, Schüler und Hausfrauen. Sie kommen, wenn es nicht mehr geht.

Bist du zum ersten Mal hier, gehst du an diesem Haus wahrscheinlich vorbei, erzählen die Ärzte. Du bist krank, doch du gibst vor, ein anderes Haus zu suchen, die Hausnummer 15 oder 20 vielleicht. Du wirst vorbeigehen, aber du wirst schon einmal nach rechts blicken, ohne den Kopf zu drehen. Du wirst die Vorhänge an den Fenstern sehen, die weiße Schrift am Eingang. Wenn du vorbeigegangen bist, wirst du erleichtert sein, du gehörst nicht zu denen dort drinnen, wirst du dir sagen. Du wirst weitergehen, vielleicht vor bis zur Kreuzung, hinter zur Haltestelle Poccistraße und wieder nach Hause fahren. Aber du wirst wiederkommen.

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