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Animationsfilm:Lass den Papa von der Leine

In der neuen Pixar-Abenteuerkomödie holen zwei Teenager ihren Vater aus dem Jenseits zurück. Leider kann er nur halb wiederhergestellt werden - was die Brüder nicht davon abhält, auf Heldenreise mit ihm zu gehen.

Von Josef Grübl

Frauen ohne Unterleib traten früher oft im Zirkus auf, Männer ohne Oberleib waren dagegen immer eine Rarität: Ohne Bauch, Arme und breitem Kreuz ist so ein gestandenes Mannsbild eben doch nur eine halbe Portion. Ohne Kopf übrigens auch. Manche Herrschaften müssen das erst lernen, die Elfenbrüder Ian und Barley aus dem neuen Pixar-Film Onward etwa. Die beiden Teenager holen ihren toten Vater mit einem Zauberstab und viel Hokuspokus aus dem Jenseits zurück, er soll ihnen gefälligst sagen, wie sehr er sie liebe und dass es ihm leid tue, so früh aus ihrem Leben verschwunden zu sein. Das scheint auch zu klappen, Star-Trek-gleich beamt sich der Körper des Vaters in ihr Kinderzimmer. Dann aber wackelt die Verbindung mit dem Jenseits, die Übertragung unterbricht - und Ian und Barley stehen mit dem Unterleib ihres Erzeugers da. Verständlicherweise finden sie das unbefriedigend, im Laufe dieser turbulenten Abenteuerkomödie wollen sie den Zauber aber vollenden. Den halben Papa nehmen sie auf ihre Heldenreise mit - und da er ohne Oberleib nichts sieht, kommt er an die Leine.

Onward: Keine halben Sachen, Regie: Dan Scanlon, läuft in vielen Kinos

© SZ vom 05.03.2020

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