Alternativer Stadtführer Ökologisch lässig

Amelie Bauer und Fabian Lieke wollen in ihrem Stadtführer die ökologischen Seiten Münchens zeigen - und Tipps gegen, wie man eine Demo organisiert.

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Flohmärkte, Bioläden, vegane Restaurants: Amelie Bauer und Fabian Lieke entwickeln mit Freunden einen alternativen Stadtführer. Er soll jungen Menschen das ökologische München zeigen - abseits von Hofbräuhaus und Viktualienmarkt.

Von Gabriella Silvestri

Hofbräuhaus, Kaufingerstraße, Viktualienmarkt - ist das München? Dass die Stadt sehr viel mehr als diese Touristenorte zu bieten hat, wollen Amelie Bauer, 24, und Fabian Lieke, 26, mit ihrem Projekt "Alternativ unterwegs" zeigen. Amelie erklärt: "Wir wollen Orte und Menschen präsentieren, die München irgendwie anders deuten, cooler und lebenswerter machen. Wir sind aus der Öko-Ecke und wollen die ökologischen Seiten der Stadt zeigen." Zusammen mit sieben weiteren Redaktionsmitgliedern arbeiten die beiden Studenten ehrenamtlich an einem alternativen Stadtführer, hauptsächlich für Münchner, die ihre Stadt neu entdecken möchten.

Vom Second-Hand-Laden bis zum veganen Restaurant und politischen Initiativen werden unterschiedlichste Orte und Projekte vorgestellt, die einem die alternative Lebensgestaltung leichter machen sollen.

Doch was bedeutet eigentlich "alternativ" leben? Mit der Definition habe sich auch die Redaktion schwer getan, erzählt Amelie: "Wir wollten nicht von vornherein etwas ausschließen. Vielleicht sind die abgefahrensten Sachen alternativ. Letzten Endes heißt alternativ nur anders." Ob etwas in den Stadtführer kommt oder nicht, entscheiden sie im Team demokratisch. Dabei orientiert sie sich an Kriterien, wie nachweisbares ökologisches und nachweisbares soziales Engagement. Unterstützt werden keine Ketten und Konzerne, betont Amelie: "Wer zu groß ist, braucht uns nicht."

Nicht nur Tipps zum Ausgehen und Einkaufen

Flohmärkte, Bioläden, neue vegane und vegetarische Restaurants - nachhaltig zu leben scheint in Mode zu sein. Das führt dazu, dass verschiedenste Unternehmen und Geschäfte die Chance sehen, Profit damit zu machen. Deshalb hinterfragt die Redaktion genau, wer wirklich für die gute Sache kämpft. Natürlich habe "Alternativ unterwegs" nicht die Kapazitäten, ein neues Ökosiegel zu schaffen, erklärt Fabian: "Harte Kriterien wie Siegel sind aber auch falsch. Es geht uns darum, dass jeder das tut, was er tun kann. Das Entscheidende ist, dass jemand mit Herzblut an der Sache hängt. Glaubwürdigkeit ist dabei das Wichtigste."

Nachhaltigkeit ist dabei nicht nur an ökologische Kriterien gebunden, sondern auch daran, dass sich jeder über den eigenen Konsum Gedanken macht. München ist voll von Kleidung, Möbeln und elektronischen Geräten. Eigentlich müsse man sich fast nichts neu kaufen, merkt Amelie an. Deshalb hat auch sie ihren Toaster zum Verschenken ins Internet gestellt.

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"Alternativ unterwegs" soll nicht nur eine Hilfe für diejenigen sein, die ihr Leben umweltbewusst gestalten möchten. Der Stadtführer soll auch Denkanstöße geben. So erhält der Leser nicht nur Tipps zum Ausgehen und Einkaufen, sondern findet Anregungen zu Weiterbildungsmöglichkeiten, Vorträgen und Veranstaltungsreihen.

Außerdem werden Leute und Organisationen verschiedenster Art vorgestellt, die "was Gutes machen und die Stadt weiterbringen", erklärt Amelie, wie zum Beispiel der Verein zur Erhaltung der Isarwelle. Auch wer selbst ehrenamtlich aktiv werden möchte, erhält im Stadtführer Empfehlungen. Darüber hinaus soll auch erklärt werden, wie man seine eigene Demonstration organisiert oder eine eigene Kleidertausch-Party veranstaltet. Die Inhalte und Ziele sind klar, an der Form wird noch gearbeitet.