Akademie der Schönen Künste:Männer und Metall

Olaf Metzel stellt in der Akademie der Schönen Künste "Milieufragen" - und zeigt unter anderem eine Reihe Pissoirs.

Von Evelyn Vogel

Drei Jahre, nachdem der Künstler Olaf Metzel an der Akademie der Schönen Künste aufgenommen wurde, hat er nun seine "Antrittsausstellung" im Oval des Klenze-Baus inszeniert. Doch Metzel wäre nicht Metzel, wenn er sich nicht eine radikal kompromisslose Intervention für den Raum ausgedacht hätte. So stellt er unter dem Titel "Milieufragen" eine einzige große Installation in den Raum, um ihn ästhetisch zu "brechen", wie er sagt: eine Reihe von aus Zement modellierten und künstlerisch mit "Gebrauchsspuren" versehenen Pissoirs. Natürlich fühlt sich der Betrachter sofort an Ready Mades von Duchamp erinnert. Doch weder ist das Werk ein solches, noch will es die Macho-Geste ad absurdum führen. Vielmehr begehrt Metzel mit dem Werk von 2007 gegen eine EU-Verordnung auf, die Pinkelbecken in dieser Form untersagte.

Dem Thema männlicher Aggressivität kommt Metzel mit dem Werk "Brad Pitt (Tom Kummer)" bei - eine der Metzel-typischen Text-Bild-Arbeiten auf Metall. Eine weitere hängt im Vorraum. Dort ist auch die aktuellste Arbeit "Lockdown" zu sehen. Die Metallskulptur, ein Gitter mit Vorhängeschlössern, ist wunderbar ambivalent. Denn wer fühlt sich bei ihrem Anblick nicht an die Schlösser erinnert, mit denen Paare auf Brücken ihre Liebe beschwören, während unter ihren Füßen alles fließt? Ob sich hier der Bogen zu den Pissoirs schließt?

Olaf Metzel, bis 24. Oktober, Di.-Sa. 11-17 Uhr, Bayerische Akademie der Schönen Künste, Max-Joseph-Platz 3

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