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Affenbabys im Tierpark Hellabrunn:Zwei mal zwei ist putzig

Die kleinen Varis verlassen ihren Schlafplatz eher selten, den Rand des Sackleinen-Nestes überblicken sie aber bereits.

(Foto: Stephan Rumpf)

Schon wieder Zwillinge in Hellabrunn, und dann gleich auch noch doppelt: Dort erkunden nun kleine Rote Varis und Kattas ihre Welt - und erfreuen die von den Eisbären verwöhnten Besucher.

Von Karoline Meta Beisel

Eisbär? Hat hier jemand Eisbär gesagt? Mit der Putzigkeit ist das so eine Sache. Keine Sorge, den Münchner Eisbär-Zwillingen Nela und Nobby geht es gut, sie sind vorschriftsmäßig drollig, und es kommen immer noch so viele Besucher nach Hellabrunn, dass der Sicherheitsdienst sich am Gehege nicht langweilt. Aber Nela und Nobby sind eben längst nicht mehr das Niedlichste, was der Tierpark zu bieten hat.

Putzigkeit ist messbar. Und die größte Frequenz an mit spitzer Schnute vorgetragenen Ohs wird längst anderswo registriert: in der Affenwelt bei den Kattas und den Roten Varis. Beide Arten haben im April Zwillinge bekommen. Zweimal Zwillinge gleich vier drollige Affenjunge.

In ihrer Heimat Madagaskar sind Kattas und Rote Varis Nachbarn. Und auch in der Affenwelt wohnen die Lemurenarten Tür an Tür: links die Kattas, rechts die stark bedrohten Roten Varis. Die Varis sind den Regenwald gewohnt, aber noch sind die Zwillinge zu jung, um allein durch den Münchner Post-April-Regen zu tollen.

Noch wagen sie sich nur selten aus ihrem Nest aus festem Sackleinen. Varis sind dämmerungs- und nachtaktiv; tagsüber dösen sie die meiste Zeit mit Mutter Tita. Vater Cooper sitzt derweil auf seinem Aussichtspunkt und studiert die Lage.

Der Vater ist unbekannt

Bei den Kattas ist am Mittag deutlich mehr los, ihre Lieblingsbeschäftigung scheint die Haufenbildung zu sein. Sechs große Tiere und die Zwillinge tollen über die Äste. Möglicherweise findet hier sogar gerade ein Stinkkampf statt - Kattas benutzen ihre buschigen Schwänze, um eine Wolke stark riechenden Sekrets zu verbreiten. Wer am meisten stinkt, gewinnt.

Die Katta-Zwillinge tollen über die Äste ihres Geheges - meist in Begleitung ihrer Mutter.

(Foto: Stephan Rumpf)

Als Besucher bleibt man aber verschont, eine Scheibe trennt die Lufträume. Die Sprünge der Babys sind noch unsicher, die bebenden Ringelschwänzchen sehen aus wie Pfeifenreiniger. Oft nimmt Mutter Iris bei ihren Streifzügen durch die Anlage das eine Kleine Huckepack. Das andere hängt am Bauch und trinkt, Muttermilch to go sozusagen.

Wer der Vater ist, weiß nicht mal Tierpfleger Walter Gebhart. Der Vater spielt in der Erziehung aber sowieso keine herausragende Rolle, eben wegen der Haufenbildung: Wenn die Kleinen sich erschrecken, ist der nächste freie Bauch immer der Beste - meistens flüchten sie zu anderen Weibchen oder älteren Jungtieren.

Ob die vier Äffchen Jungen oder Mädchen sind, wissen die Pfleger und Ärzte noch nicht: Bis jetzt waren die Neugeborenen rund um die Uhr bei ihren Müttern, sie wurden noch gar nicht untersucht. Darum hat sich die Namensfrage bis jetzt noch nicht gestellt. Fest steht nur, dass die Namen mit "O" beginnen müssen - wie bei allen Tieren, die im Jahr 2014 in Hellabrunn geboren werden.

© SZ vom 10.05.2014/mmo

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