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Weltgesundheitsorganisation:Die Gehilfen Pekings

Schon klar: Nichts kann man ausrichten in China gegen den Willen des Regimes. Aber warum sich vorführen lassen?

Von Lea Deuber

Monate hat es gedauert, bis China der Expertendelegation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Einreise erlaubte. Die Bedingungen für die Virensuche in Wuhan diktierte Peking: China hätte einer unabhängigen Untersuchung nicht zugestimmt. Die WHO aber hat sich vorführen lassen.

Bei der Pressekonferenz am Dienstag ignorierten Delegierte der Organisation längst bestätigte Fakten, stellten anderes als bewiesen dar - gerade was Peking in den Kram passte. Der Auftritt war noch nicht vorbei, da begannen Staatsmedien den Auftritt bereits auszuschlachten. Mithilfe der WHO inszeniert sich das Regime als offen und transparent, während es im eigenen Land Virusforschung verhindert, Journalisten und Kritiker verschleppt. In den sozialen Medien betreiben Medien und Regierungsvertreter gleichermaßen Lügenkampagnen. In China glaubt ein Großteil des Volkes längst, dass das Virus aus den USA stamme. Zuletzt streute die Regierung auch Zweifel an ausländischen Impfstoffen, warf europäischen Regierungen vor, ihre Bevölkerungen zu gefährden.

Die WHO kritisiert mangelnde Solidarität in der Pandemie, zu Chinas Hetzkampagnen schweigt sie. Durch ihr Verhalten gegenüber China hatte sie bereits viel Vertrauen zerstört. Das hätte sie in Wuhan zurückgewinnen können. Gelungen ist das nicht.

© SZ/de
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