Geschichtsbild:Schwärmen vom Transrapid

Geschichtsbild: Da strahlte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber: Am 25. September 2007 präsentierte er in der Kabinettssitzung ein Transrapid-Modell.

Da strahlte Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber: Am 25. September 2007 präsentierte er in der Kabinettssitzung ein Transrapid-Modell.

(Foto: Matthias Schrader/dpa)

In Berlin bringt CDU-Fraktionschef Dirk Stettner die Magnetschwebebahn wieder ins Gespräch. Obwohl so viele ähnliche Projekte gescheitert sind.

Von Johanna Pfund

Edmund Stoiber war im Herbst 2007 noch hingerissen vom Transrapid. Die Magnetschwebebahn sollte den Münchner Hauptbahnhof mit dem Flughafen verbinden, die Fahrt sollte nur zehn Minuten dauern. Oder würde man vom Flughafen zum Hauptbahnhof und dann dort direkt in die Welt einsteigen? In seiner Begeisterung nämlich hatte sich der damalige Ministerpräsident Bayerns derart verhaspelt, dass seine Rede dazu bei Youtube zu einem 4,6 Millionen Mal geklickten Hit wurde. Doch weder der Transrapid noch Stoiber hatten eine Zukunft in Bayern. Schon im März 2008 erklärten Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und Stoibers Nachfolger Günther Beckstein den Transrapid wegen enorm gestiegener Kosten für gescheitert. Ein Ende aus demselben Grund hatten schon im Jahr 2000 die Pläne für eine Strecke Berlin - Hamburg erlitten. Offensichtlich aber findet die Schwebebahn immer wieder Anhänger: In Berlin brachte der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus, Dirk Stettner, am Montag eine Teststrecke ins Spiel, für 80 Millionen Euro. Am Donnerstag schon musste er sich korrigieren. "Es wird da sicher am Ende des Tages eine viel höhere Zahl stehen", sagte er. Schönen Gruß in die Nullerjahre also.

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