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Nachfolge für ZDF-Intendant Bellut:Nur zwei?

Stellen sich am 2. Juli zur Wahl: Die Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios Tina Hassel und ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler.

(Foto: dpa (2))

Tina Hassel gegen Norbert Himmler: Der Tag der Wahl im ZDF steht fest.

Von Claudia Tieschky

Der Fernsehrat des ZDF wählt am 2. Juli eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Intendant Thomas Bellut. Auf den Termin verständigte sich das Erweiterte Präsidium des Aufsichtsgremiums am Dienstag bei einer Sitzung in Mainz, wie der Fernsehrat bekannt gab. Das Gremium teilte nun auch offiziell mit, dass derzeit zwei Bewerber zur Wahl stehen: Tina Hassel, Leiterin des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin, und ZDF-Programmdirektor Norbert Himmler.

Beide stellten sich am Dienstag dem Erweiterten Präsidium persönlich vor, sie haben dabei die Konzepte erläutert, die sie im Fall ihrer Wahl im Sender umsetzen wollen. Norbert Himmler war schon länger als möglicher Nachfolger Belluts gehandelt worden. Dass Hassel ebenfalls antreten will, war Anfang Juni bekannt geworden. Belluts zweite Amtszeit endet Mitte März 2022, er kandidiert nicht mehr für eine dritte.

Der Wahltermin war bislang offen, weil die Fernsehratsvorsitzende Marlehn Thieme darauf bestanden hatte, die Nachfolge für Bellut bei einer echten Sitzung und nicht bei einem Online-Termin zu klären. Der Fernsehrat hat 60 Mitglieder. Gewählt ist, wer davon eine Drei-Fünftel Mehrheit erreicht, das sind 36 Stimmen. Fernsehratsmitglied Hans-Günter Henneke verwahrte sich kürzlich gegen den Eindruck, im Fernsehrat gebe es eine auch strategisch motivierte Lagerbildung zwischen dem sogenannten "roten" Freundeskreis um den Verdi-Vorsitzenden Frank Werneke und dem "schwarzen" Freundeskreis, der nach seinem Kopf, dem früheren CDU-Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung auch "Freundeskreis Jung" genannt wird. Trotzdem kamen bislang "aus der Mitte des Fernsehrats", wie die Formulierung lautet, nur zwei Vorschläge für die künftige Senderführung. Himmler gilt als Kandidat der Konservativen. Richtig ist, dass die Zusammensetzung des Aufsichtsgremiums nach einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2014 weniger politiknah und diverser geworden ist. Die anstehende Intendantenwahl ist die erste nach der vollzogenen Reform. Ob sich das auswirkt, könnte sich ebenfalls am 2. Juli zeigen: Die Fernsehräte haben bis zur letzten Minute die Möglichkeit, weitere Kandidaten für die Wahl vorzuschlagen.

© SZ/cag
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