bedeckt München 11°
vgwortpixel

W&V: Gespräch mit Reiner Calmund:"Ich rufe jede Woche an und frage, wie's läuft"

Reiner Calmund ist ein gefragter Werbeträger. Nun spricht er über seine Dauerpräsenz in den Medien.

Seine Dauerpräsenz in den Medien erstreckt sich inzwischen auch auf die Werbeblöcke: Reiner Calmund scheint über mehr Werbeverträge zu verfügen als die Heidi und der Franz zusammen. In Hasseröders WM-Camp agiert er als Interimstrainer; für Adler modelt er im XXL-Outfit; bei Katjes hängt er sich als Freeclimber für garantiert fettfreie Yoghurt Gums ("Dat is aber schade") voll rein, und bei Müller Milch für Joghurt, fettarmen versteht sich. Aktuell wirbt das Schwergewicht in einem animierten Commercial als Mönch für ein Produkt des Spieleherstellers Ubisoft.

Ob Charme- oder Genussbolzen, Bruder Calli oder Extrembergsteiger - Unternehmen und Publikum lieben in dem Ex-Fußball-Manager den Anti-Typen. Außerdem hängt sich Reiner Calmund für seine Werbepartner richtig rein. Warum er zur Werbe-Ikone wurde, erklärt er im Interview mit Werben & Verkaufen.

W&V: 02, Katjes, Müller Milch, Adler, zuletzt der Spielehersteller Ubisoft Deutschland - kaum ein Promi hat derzeit so viele Werbe-Engagement wie Sie. Wie kommt's?

Reiner Calmund: Zunächst ist festzuhalten, dass mein TV-Spot mit o2, mein erster überhaupt, sechs bis sieben Jahre zurück liegt und das Engagement mit Adler nicht in die Kategorie "TV-Spot" fällt, sondern lediglich eine eher kurzfristige Aktion im Rahmen eines WM-Spenden-Projektes für Südafrika ist. Im Spot von "Die Siedler 7" übernahm ich eine Sprecherrolle, das Spiel mit dem knuffigen Charme gefiel mir auf Anhieb, das passte einfach.

Dass die beiden Unternehmen Müller und Katjes Ende letzten Jahres fast zeitgleich auf mich zukamen, hängt vermutlich mit meiner sehr erfolgreich gelaufenen Abnehm-Doku Iron Calli (Vox) zusammen, bei der mich die Zuschauer mal anders wahrgenommen haben als nur reduziert auf den "dicken Ex-Bundesliga-Manager": Sportlich aktiv, gesundheitsbewusster und immer mit einer Portion Humor.

W&V: Ein Mobilfunker, ein Süßwarenhersteller und ein Modefilialist haben nichts gemein. Ist es Ihnen egal, für was Sie werben?

Calmund: Natürlich nicht! Vorab: Wir sagen ein Vielfaches mehr an Anfragen ab als zu! Das heißt, wir sind in der Lage unsere Partner sehr gezielt auszuwählen. Alle Engagements haben eins gemeinsam, und zwar dass ich mich mit dem Produkt und dem Unternehmen voll identifiziere. Ich war schon immer Vieltelefonierer, ich bin als Schleckermäulchen und Genießer bekannt und, seitdem ich 30 Kilo abgenommen habe, macht es auch wieder Spaß, sich etwas modischer zu kleiden, auch in XXL-Elefanten-Größen.

W&V: Bei Prominenten, die für viele Produkte werben, besteht die Gefahr, dass sich der Konsument am Ende an den Star, aber nicht an die Marke erinnern kann. Auch bei Ihnen?

Calmund: Es sind ja nun wirklich nicht so "viele" Produkte, dass man als Zuschauer durcheinander kommen könnte. Müller Milch und Katjes setzen schon länger auf Testimonials, behielten aber ihre einprägsamen Slogans bei. Jeder kennt "Alles Müller, oder was?" und natürlich auch "Katjes, -jes, -jes, -jes!"

Dies gepaart mit meinem oft imitierten rheinischen Dialekt wie bei "Natürlisch leischt dank Buttermilsch - rischtisch!" oder "Garantiert ohne Fett...Dat is aber schade!" und einer einprägsamen Story mit dem gewissen Schuss an Selbstironie, macht die beiden Spots zum Erfolg. Dass die Leute mir auf der Straße meine Sprüche aus der Werbung entgegen rufen, zeigt ja, dass sie sich sehr wohl erinnern. An mich, vor allen Dingen aber an die Marke!