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Vorwürfe gegen Weltbild-Verlag:Papst verdammt Pornos im Internet

Appell von höchster Stelle: Papst Benedikt XVI. redet den deutschen Bischöfen ins Gewissen, die Pornographie im Internet stärker als bislang zu bekämpfen. Er reagierte damit auch auf Vorwürfe gegen den katholischen Weltbild-Verlag, in seinem Internet-Sortiment Geld mit Pornos zu verdienen.

Papst Benedikt XVI. hat die katholischen deutschen Bischöfe aufgefordert, entschiedener als bisher gegen Pornographie vorzugehen. Es sei an der Zeit, Prostitution und auch die "Verbreitung von Material erotischen oder pornographischen Inhalts, gerade auch über das Internet, energisch einzuschränken", sagte der Papst in Rom am Rande eines Empfangs für den neuen deutschen Botschafter Reinhard Schweppe. Der Heilige Stuhl werde darauf achten, "dass der notwendige Einsatz gegenüber diesen Missständen seitens der katholischen Kirche in Deutschland vielfach entschiedener und deutlicher erfolgt".

Vatikan, Mixa, Papst

Dem Weltbild-Verlag wird vorgeworfen, in seinem Online-Shop Bücher mit erotischem Inhalt verkauft zu haben. Gesellschafter des Verlags sind die katholischen deutschen Diözesen.

(Foto: dpa)

In den vergangenen Wochen war gegen den katholischen Weltbild-Verlag der Vorwurf erhoben worden, in seinem Internet-Sortiment mit Pornos Geld zu verdienen. Gesellschafter des Verlags sind die katholischen deutschen Diözesen. Die katholische Zeitschrift Pur titelte so unlängst "Bischöfe als Porno-Produzenten?" Welt Online veröffentliche den Artikel des Pur-Chefredakteurs Bernhard Müller unter der Überschrift "Katholische Kirche macht mit Pornos ein Vermögen".

Im Kern geht es darum, dass man über den Online-Shop bei Weltbild.de auch Bücher mit explizit erotischen Inhalten, beispielsweise vom Hamburger Verlag Blue Panther Books ("Schlampen-Internat", "Vögelbar", "Anwaltshure") erwerben konnte.

Der Verlag wies dies zurück und erklärte, in seinem Sortiment keine Pornographie anzubieten. Die Schlagzeilen seien "schlichtweg unwahr und diffamierend". Der Verlag verwies zudem darauf, dass die über das Stichwort "Erotik" im Internet zu findenden Bücher im Jahr 2011 nur einen Anteil von weniger als 0,017 Prozent des Gesamtumsatzes erzielt hätten.

© sueddeutsche.de/AFP/rela/pak

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