Unglaubliche Schicksale von Serienfiguren – Ned Flanders in den "Simpsons"

Familienstand: Witwer

Mitgliedschaften: unter anderem Republikanische Partei, Komitee für moralische Sauberkeit

Ein wenig links von dem im Bild gezeigten Häuschen lebt Ned Flanders. Im Schatten seiner Nachbarn, der Simpsons - Familienbilder werden selbstverständlich ohne den Spießer von nebenan aufgenommen. Dieser führt ein Leben voller "Okily-dokily!" und "Hey-Didelldi-Doo" - doch auch hier tun sich Abgründe auf. Ned Flanders ist vor allem deshalb so bibeltreu und stockkonservativ, weil er einst im Sündenpfuhl New York bei antiautoritären Beatnik-Eltern aufwachsen musste. Die wussten irgendwann nicht mehr weiter und konsultierten Experten. Ergebnis: Der junge Ned wurde in einem Programm der University of Minnesota acht Monate lang systematisch verhauen, bis er keinerlei Form von Wut mehr artikulieren konnte. Inzwischen treibt der erwachsene Flanders mit seiner Psalmenstreberei selbst Berufschristen wie Reverend Lovejoy zur Verzweiflung. Er selbst ist dafür mit dem anstrengendsten Nachbarn der Welt, Homer, geschlagen. Kleine Unachtsamkeiten und Ausbrüche aus dem maximalkontrollierten Leben rächen sich stets gnadenlos. So heiratet Familienvater Flanders bei einem Las-Vegas-Ausflug mit Homer im Eifer des Gefechts eine halbseidene Frau namens Ginger. Ein anderes Mal wird bei einem Hurricane sein Haus als Einziges dem Erdboden gleichgemacht. Versicherung - Fehlanzeige. So muss selbst Flanders mal an Gott zweifeln. In der Grabeskirche von Jerusalem hat Flanders nach einem - von Homer provozierten - Wutausbruch lebenslanges Hausverbot. Maude, die Frau seines Lebens und Mutter seiner Kinder Rod und Todd, stirbt bei einem absurden Unfall mit einer T-Shirt-Kanone. Und die Simpsons wohnen immer noch nebenan. "Hey-Didelldi-Doo".

Im Bild: Die Simpsons, Nachbarn von Ned Flanders, der wiederum wie erwähnt leider nicht zum Fototermin gebeten wurde.

Bild: REUTERS 19. Juli 2012, 16:252012-07-19 16:25:18 © Süddeutsche.de/ihe/feko/pak/gba