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Umstellungen bei Nachrichtenmagazin:Spiegel startet Anfang Mai mit neuem Layout

Neues Erscheinungsbild, anderer Erscheinungstag und hoffentlich mehr Verkäufe: Der Geschäftsführer des "Spiegels", Ove Saffe, stellt im Interview die Zukunft des Nachrichtenmagazins vor - und die Hauptaufgabe der vieldiskutierten Chefredaktion.

Das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel will am 5. Mai zum ersten Mal seit 18 Jahren mit einem neuen Layout erscheinen. "Das Erscheinungsbild wird renoviert und soll die Inhalte noch besser wirken lassen," sagte Spiegel-Geschäftsführer Ove Saffe der Süddeutschen Zeitung (Montagsausgabe). Das Magazin wird moderner, klarer, übersichtlicher, so Saffe. Es werde ein neues Inhaltsverzeichnis geben, die Bildsprache ändere sich, der Satzspiegel werde größer.

"Auch die Titelseite wird leicht verändert: Das Cover bleibt monothematisch, aber zusätzlich sollen drei weitere Themen angekündigt werden," teilte Saffe weiter mit: "Alles in allem wird mehr Leichtigkeit in das Layout einziehen." Saffe erteilte allen Bestrebungen, die Schwerpunktsetzung des Magazins zu ändern, eine Absage: "Der Spiegel bleibt ein politisches Nachrichtenmagazin."

Anfang 2015 wird der gedruckte Spiegel zudem Samstags statt Montags erscheinen. Saffe sagte dazu: "Natürlich wünschen wir uns durch den neuen Erscheinungstag mehr Verkäufe." Der Leser bekomme ein frischeres und aktuelleres Heft.

Zusammenführung von Print und Online

Im vergangenen Jahr gab es heftige Turbulenzen beim Spiegel-Verlag, weil Saffe gegen Widerstände eine neue Chefredaktion installierte. "Wir sprechen von einer leidenschaftlichen Diskussion - das hat Tradition in unserem Haus und oft findet es öffentliche Aufmerksamkeit", sagte Saffe nun dazu.

Jetzt aber werde ein neues Konzept für die Zusammenführung von Print und Online entwickelt. "Wir setzen ein so genanntes Freemium-Modell um: Spiegel Online ist und bleibt frei zugänglich, unser Premium- und Bezahl-Angebot ist und bleibt der Spiegel, den wir digital völlig neu konzipieren und auf unserer Website viel offensiver präsentieren werden," sagte Saffe der Süddeutschen Zeitung. Alle Meldungen und Geschichten aus dem Spiegel würden zukünftig auch auf Spiegel Online zu finden sein.

Der Umsatz der Spiegel-Gruppe lag laut Saffe 2013 bei 293 Millionen Euro, ein deutliches Minus. Die Rendite sei aber immer noch zweistellig. "Die auch weiterhin notwendigen Sparmaßnahmen sind moderat. Sparen wird auch künftig nicht unsere erste Disziplin sein," sagte Saffe weiter. Man werde aber beweisen, dass auch in der digitalen Welt Qualitätsjournalismus möglich sei: "Wir sind nicht in der holzverarbeitenden Industrie. Unser Geschäft ist nicht das Bedrucken von Papier, sondern guter Journalismus."

Das komplette Interview lesen Sie in der Montagsausgabe der Süddeutschen Zeitung, auf dem iPad und Windows 8.

© Süddeutsche.de/ebri
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