Spielfilmtipps zum Wochenende:Raue Sitten

Lesezeit: 2 min

Spielfilmtipps zum Wochenende: Lernen voneinander fürs Leben: das traumatisierte Mädchen und der maulfaule Killer (Natalie Portman, Jean Reno).

Lernen voneinander fürs Leben: das traumatisierte Mädchen und der maulfaule Killer (Natalie Portman, Jean Reno).

(Foto: Studiocanal)

"Léon - Der Profi", "Der Pate III", "Gladiator", "The Da Vinci Code - Sakrileg" und "Die fabelhafte Welt der Amélie": die Filmtipps zum Wochenende.

Von Florian Kaindl

Léon - Der Profi

Action, RTL 2, Samstag, 20.15 Uhr

Gegensätzliche Paare gibt es im Kino zuhauf, dieses dürfte eines der rührendsten sein: Als die zwölfjährige Mathilda (Natalie Portman in ihrer ersten großen Rolle) haarscharf einem Massaker von korrupten Polizisten an ihrer Familie entkommt, bleibt nur die Tür des Nachbarn Léon (Jean Reno) als Zuflucht. Der ist ein maulfauler, beinharter Killer und eigentlich nicht auf die Verantwortung für ein traumatisiertes Mädchen erpicht. Luc Besson führt die beiden in seinem Thriller von 1994 trotzdem zusammen. Es entwickelt sich ein Geben und Nehmen im rauen New Yorker Milieu, bei dem auch der Erwachsene von dem Kind etwas fürs Leben lernt. Dass Léon selbst etwas vom Töten versteht, wirkt eher förderlich. Schließlich gibt es da noch den durchgeknallten Drogencop (Gary Oldman), der Mathildas Familie auf dem Gewissen hat.

Der Pate III

Mafia-Epos, ZDF, Samstag, 23 Uhr

Der dritte Teil von 1990 war immer ein bisschen das Stiefkind der epochalen Mafia-Trilogie von Francis Ford Coppola. 16 Jahre hat es bis zum finalen Abschluss gedauert, kein Wunder bei zwei so perfekten Geschwistern: Mit den ersten beiden Teilen hat sich der Regisseur auf ewig einen Platz in den Geschichtsbüchern des Kinos gesichert und mit Al Pacino in der Rolle des Paten einen zeitlosen Gangstertypus geschaffen. Wann immer sich heute ein mächtiger Verbrecher darauf beruft, er habe alles nur für seine Kinder und die Familie getan, zitiert er im Wesentlichen Michael Corleone. Diese Lebenslüge hat den Don schon im zweiten Teil verbittert und einsam gemacht, jetzt ist er auch noch alt geworden und will eigentlich nur noch raus aus dem Geschäft. Dafür muss er seinen hitzköpfigen Neffen (mit dem Kopf durch die Wand: Andy Garcia) unter Kontrolle bringen.

Gladiator

Historienfilm, ZDF Neo, Samstag, 20.15 Uhr

Auf Twitter veranstaltet Russell Crowe regelmäßig ein Suchspiel mit seinen Followern - immer ein Foto, verbunden mit der Frage: "Wo bin ich gerade?" Natürlich darf da das Kolosseum in Rom nicht fehlen, jener Ort, an dem er als Kommandant Maximus so heldenhafte Schlachten geschlagen hat im monumentalen Meisterwerk von Ridley Scott. Zugegeben, es war ein Nachbau, in dem die Regielegende vor 22 Jahren das Genre des Sandalenfilms wiederbelebte, mit kraftvoller Unterstützung von Crowe. Er zeigte sich in der Rolle des versklavten Feldherrn als Urviech mit klarem Verstand. Die Zustände in der Arena lassen ihn zwangsläufig verrohen, treiben ihm aber den Sinn für modernes Staatswesen nicht aus. Sinn für Mythologie beweist Professor Robert Langdon (Tom Hanks) in The Da Vinci Code - Sakrileg (Vox, Samstag, 20.15 Uhr).

Die fabelhafte Welt der Amélie

Romanze, Servus TV, Samstag, 20.15 Uhr

Es war eine Art Zuckerschock, den Jean-Pierre Jeunet den Zuschauern mit seinem Großstadtmärchen Anfang dieses Jahrtausends versetzt hat. Die schüchterne Amélie (Audrey Tautou) macht es sich zur Aufgabe, das Leben ihrer Mitmenschen zu verbessern, und greift dafür zu kreativen Methoden: Sie schickt Gartenzwerge um die Welt und fädelt Bekanntschaften ein, an die andere nicht mal im Traum denken würden. Jeunet erzählt von menschlichen Gefühlen, Ängsten, Neurosen und letztlich auch von der Liebe, in schwelgerischen Aufnahmen, mit Konzentration auf Details wie etwa der knackenden Kruste einer Crème brûlée. Mindestens so berühmt wie die Bildsprache des Films ist der Soundtrack von Yann Tiersen, zu dem Amélie durch die Straßen fährt. Zusammen ergibt das den Geschmack einer süßen Illusion.

Zur SZ-Startseite

SZ Plus"1899" bei Netflix
: Leider ist da etwas schiefgelaufen

Die Macher von "Dark" haben ihre zweite Netflix-Serie gedreht, teuer, aufwendig, international. Aber die Protagonisten wirken, als hätte man sie vom "Traumschiff" aufs Albtraumschiff kopiert.

Lesen Sie mehr zum Thema