Spielfilmtipps zum Wochenende:Unter Außenseitern

Spielfilmtipps zum Wochenende: Zwei Männer, die gut mit Waffen umzugehen verstehen: der belesene Dr. King Schultz (Christoph Waltz, l.) und Ex-Sklave Django (Jamie Foxx, r.).

Zwei Männer, die gut mit Waffen umzugehen verstehen: der belesene Dr. King Schultz (Christoph Waltz, l.) und Ex-Sklave Django (Jamie Foxx, r.).

(Foto: © 2012 Columbia Pictures Industries)

"Django Unchained", "Rambo", "Mars Attacks" und "Carol": die Fernsehtipps zum Wochenende.

Von Florian Kaindl

Django Unchained

Western, Pro Sieben, Samstag, 20.15 Uhr

Mit der Vergangenheit geht Quentin Tarantino als Regisseur so freihändig um, wie es ihm nötig erscheint. Hauptsache, es knallt, formal und erzählerisch. Dabei kombiniert er immer wieder mehrere Ansätze. In seiner Hommage auf den Spaghetti-Western von 2012 zitiert er die großen Vorbilder Corbucci und Leone, macht aber auch ein ordentliches Stück Blaxploitation daraus: die Befreiung eines schwarzen Sklaven von seinen Ketten. Mit der Waffe ist Django (Jamie Foxx) genauso schnell wie das Original aus den Sechzigern (Franco Nero), das sogar einen kleinen Gastauftritt hat. In anderen Dingen greift ihm ein deutscher Kopfgeldjäger, der früher Zahnarzt war, unter die Arme. Das skurrile Rollenprofil erfüllte Christoph Waltz mit der ihm eigenen, verschrobenen Art und erhielt direkt seinen zweiten Oscar nach Inglourious Basterds (2009), ebenfalls unter Tarantino.

Rambo

Action, RTL 2, Sonntag, 22.55 Uhr

1976 hatte Sylvester Stallone keinen Cent in der Tasche und ein fertiges, selbstverfasstes Skript in den Händen. Es war die Geschichte des Schwergewichtsboxers Rocky Balboa, der gegen jede Wahrscheinlichkeit um den WM-Titel kämpft. Stallone produzierte den Film, übernahm die Hauptrolle gleich mit und schuf so eine Figur für die Ewigkeit. Aus der leidenschaftlichen Hymne auf den Underdog wurde ein Franchise mit Sequels und Spin-offs. Ähnlich sieht es mit der zweiten großen Rolle in Stallones Leben aus: 1982 sucht der Vietnam-Veteran John Rambo seinen Platz in der Gesellschaft und findet einen sadistischen Sheriff, der ihn schikaniert. Daraufhin schlägt der traumatisierte Kriegsheld zurück. Das ist über die seelenlosen, brutalen Fortsetzungen mit Rambo in Vergessenheit geraten: wo er eigentlich herkam und wie verzweifelt er war.

Mars Attacks

Komödie, Tele 5, Sonntag, 20.15 Uhr

Wenn die Außerirdischen kommen, will man als Menschheit vorbereitet sein. Gut, ob man sie jetzt unbedingt mit Friedenstauben empfangen muss? Jedenfalls zahlt sich dieses Bemühen in Tim Burtons Groteske von 1996 nicht aus. Die Marsianier übernehmen die Kontrolle. Im Kampf gegen die Besatzer stellen sich alle wie der US-Präsident (Jack Nicholson) und sein Alien-Experte (Pierce Brosnan) entweder unfassbar dumm an oder sind hilflos - bis ein Junge mit seiner Großmutter auf den entscheidenden Kniff kommt. Um Tricks und deren Wirkung geht es auch in Prestige - Die Meister der Magie (RTL 2, Samstag, 22.35 Uhr), einem fulminanten Blockbuster, den Christopher Nolan locker zwischen den ersten beiden Teilen seiner Batman-Trilogie abgedreht hat. Darin messen Hugh Jackman und Christian Bale ihre Zauberkräfte, die in erster Linie Illusionskünste sind.

Carol

Drama, Das Erste, Sonntag, 23.50 Uhr

Die Verfilmung eines Romans von Patricia Highsmith, deren psychologisch ambivalente Stoffe das Kino seit Jahrzehnten bereichern: vom talentierten Mr. Ripley bis zur selbstbestimmten Liebe einer Frau in den Fünfzigerjahren. Die verheiratete Carol (Cate Blanchett) lernt die Verkäuferin Therese (Rooney Mara) in einem New Yorker Kaufhaus kennen. Aus dem flüchtigen Moment entwickelt sich eine Beziehung, die nicht so genannt werden darf. Carol will sich von ihrem Mann scheiden lassen und streitet mit ihm um das Sorgerecht. Ihre Homosexualität ist gesellschaftlich nicht akzeptiert und daher ein Nachteil für sie. Die zärtliche Nähe zwischen den Frauen inszeniert Regisseur Todd Haynes mit viel Gespür für Blicke und Gesten in einem restriktiven Umfeld. Ausflucht bietet den Liebenden eine gemeinsame Reise: Nur wenn sie unterwegs sind, fühlen sie sich wirklich frei.

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