Spielfilmtipps zum Wochenende:Einzelkämpfer

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Spielfilmtipps zum Wochenende: Bilder einer Obsession: Der FBI-Mitarbeiter Jack (Jack O'Connell) hat den Auftrag, intimste Details über Jean Seberg zu ermitteln.

Bilder einer Obsession: Der FBI-Mitarbeiter Jack (Jack O'Connell) hat den Auftrag, intimste Details über Jean Seberg zu ermitteln.

(Foto: Amazon Studios)

"Jean Seberg - Against all Enemies", "Dumbo", "Planet der Affen", "Wall-E" und "Solino": die Filmtipps zum Wochenende.

Von Stefan Fischer

Jean Seberg - Against all Enemies

Biopic, Servus TV, Sonntag, 20.15 Uhr

Eine fiktive Filmbiografie über eine erstaunliche Schauspielerin, hart entlang an der Realität erzählt, in der das Kino allerdings nur am Rande vorkommt. Die Amerikanerin Jean Seberg wurde zur Ikone der französischen Nouvelle Vague durch ihre Rolle in Godards Außer Atem. Der Regisseur Benedict Andrews konzentriert sich weitgehend auf die Zeit, als Seberg dem europäischen Leben und ihrem Mann, dem Schriftsteller Romain Gary, wieder entflohen war, und eine Liebschaft mit dem Black-Panther-Aktivisten Hakim Jamal unterhielt. Das brachte sie ins Visier des FBI unter dessen Chef J. Edgar Hoover und seiner Paranoia vor unamerikanischen Umtrieben. Diese jede Intimsphäre verletzende Beschattung hat Seberg psychisch zerstört. Kirsten Stewart spielt das mit bewegender Zerbrechlichkeit, aber auch Kraft.

Dumbo

Fantasy, Sat 1, Samstag, 20.15 Uhr

Was könnte ein größerer Ausdruck von Freiheit sein als die Fähigkeit, fliegen zu können? So wie - gegen alle Gesetze der Physik - der tollpatschige junge Elefant Dumbo, der, wenn er über die Erde stapft, oft über seine Ohren stolpert und dafür verlacht wird. Aber Dumbo ist nicht frei, er ist ein Zirkuselefant, eine geldträchtige Attraktion, die sich dem Willen der Menschen zu beugen hat, die über ihn zu verfügen glauben können. Mit ihnen geht der Regisseur Tim Burton hart ins Gericht in seiner Neuverfilmung der Geschichte, einer Mischung aus Real- und Computertrick-Aufnahmen. In Planet der Affen indes haben sich die Verhältnisse umgekehrt, die Tiere dominieren die Menschen, die sich mit ihnen arrangieren müssen. Auch das ein Remake, von Matt Reeves, in dem die Konfliktlinien auch innerhalb der beiden Spezies verlaufen (Sat 1, Samstag, 22.35 Uhr).

Wall-E

Animation, Disney Channel, Samstag, 20.15 Uhr

Es gibt noch Hoffnung, diese Botschaft hat der Pixar-Trickfilm im Jahr 2008 verbreitet, als er in die Kinos kam. Und das, obgleich es sich im Grunde um einen Katastrophenfilm handelt. Die Erde ist ein Schrottplatz, die Menschen haben den Planeten unbewohnbar gemacht und sich dadurch selbst ausgerottet bis auf eine Kolonie, die sich ins All gerettet hat. Zwischen Müllbergen und umweht von Sandstürmen erledigt der Roboter Wall-E nahezu einsam eine Sisyphos-Aufgabe: Er räumt auf, indem er Müll sammelt, presst und die Würfel zu neuen Skylines auftürmt. Nur eine Kakerlake hat er zum Gefährten, später noch eine Sonde und eine Pflanze. Manches hebt Wall-E auf, Erinnerungsstücke aus einer analogen Vergangenheit. Aus ihnen und des Roboters Unerschütterlichkeit wächst die Hoffnung auf eine Zukunft nach der Klimakatastrophe.

Solino

Tragikomödie, RBB, Samstag, 23.30 Uhr

"Wieso sind wir hergekommen?", fragt Rosa ihren Mann Romano. Das italienische Ehepaar ist mit seinen beiden Söhnen, zehn und zwölf Jahre alt, in den Sechzigern als sogenannte Gastarbeiterfamilie nach Deutschland übersiedelt, genauer: nach Oberhausen. Die Toilette auf dem Gang, Zwiebeln so klein, dass man sie kaum als solche erkennt: Rosa versteht dieses merkwürdige Land, in dem sie nun lebt, nicht so recht. Ja, sie empfindet es in vielen Punkten als rückständig. Das ist der Kniff des Regisseurs Fatih Akin: Die Anpassung verläuft nicht in eine Richtung. In ihrer Pizzeria prägen Rosa und Romano durch ihre Lebensart ihr Ruhrpott-Milieu mit. Und gehen andererseits nie ganz auf in der neuen Heimat. Die Wurzeln in ihr Dorf Solino werden nie gekappt. Auf einer zweiten Erzählebene entspinnt sich ein harter Zwist der Brüder untereinander.

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