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TV-Kritik: Bauer sucht Frau:Wenn RTL katholische Landlust bietet

RTL besucht die Kandidaten der fünften Staffel von Bauer sucht Frau - und findet Glück und ein bisschen katholische Missionierung.

Irgendwo in Deutschland gibt es einen Ort, an dem besteht das Leben aus nichts als putzigen Eselbabys und Kerzenschein zum Frühstück. An diesem magischen Ort (dort, wo das Wort "patent" ein unverhofftes Comeback feiern konnte) treffen eben solch patente Männer/Bauern/Landwirte auf absolute Traumfrauen und erobern deren Herzen im Sturm.

Da sitzen also Familien vor Ostern gemeinsam am Tisch und färben Eier in allen Farben des Regenbogens, da wird der Pizzateig noch mit der Hand geknetet und zu südlichen Klängen durch die Luft gewirbelt, bevor er in Herzform auf das Blech drapiert wird.

An diesem Ort leben Menschen, die ihr eigenes Glück kaum fassen können, den traumhaften Traumpartner an ihrer Seite dementsprechend fassungslos betrachten und betonen, dass gerade sie mit solch einer glücklichen Wende ihres Schicksals nicht zu rechnen gewagt hätten.

Nur, dass es gar keine glückliche Wende des Schicksals war, der Josef, Maurizio, Berit und Stefan all das zu verdanken haben: Dankbar zu sein haben sie ausschließlich dem Kölner Kuppelsender RTL. In der letzten Staffel von Bauer sucht Frau hat Inka Bause, die wasserstoffblonde Heilsbringerin, mal wieder schwer vermittelbare Fälle an diesem einen glücklichen Ort vor der Kamera des Privatsenders vereint, auf dass ihnen die Chance gegeben würde, ihrem sinnlosen, ja wertlosen Leben endlich auf die richtige Spur zu verhelfen.

Und so meldete sich das RTL-Team am Osterwochenende, ein paar Monate nach dem Ende der fünften Staffel, bei den ehemaligen Kandidaten an, um mal zu sehen, was aus all dem televisionär vermittelten Glück geworden ist.

Wiedersehen auf dem Bauernhof

Es gibt ein Wiedersehen mit den liebend vereinten Paaren Josef und Narumol, Berit und Stefan, Maurizio und Claudia, Karola und Willi: Alle sind selbstverständlich sehr zufrieden, alle Partner schon voll integriert in Hof- und Dorfleben, alle strahlend ob des endlich nicht mehr einsamen Lebens.

Besonders froh ist der Zuschauer zu sehen, dass Narumol, die immer fröhliche Thailänderin mit den lustigen Sprüchen ("Ich bin fick und fertig"), inzwischen samt halbwüchsiger Tochter bei ihrem Josef auf dem Hof eingezogen ist - und dass ihr, auch das gut zu wissen, der katholische Glauben näher gebracht wird: Narumol lernt also, dass man an Ostern Eier und Lämmer erst in die Kirche schleppen und auf den Altar legen muss, bevor man sie endlich essen darf. Narumol nimmt es gewohnt gelassen: "Und dann warten wir mal ab, wie diese Tradition gemacht wird", verkündet sie.

Ihr Liebster verliest das Glaubensbekenntnis, zu dem sie die Hände faltet und später stolz erklärt, dass sie und das Töchterlein dem katholischen Glauben bald beitreten wollen - unterstrichen wird dieses Bekenntnis mit ein bisschen Weihnachtsmusik. Na, die katholische Kirche kann derzeit ja etwas medialen Rückenwind gebrauchen.