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Trennungen in TV und Film:Schluchz, heul - du dreckiger Schuft!

Scheidung bei den "Simpsons" - traurig, ja. Aber wissen Sie noch: Ross und Rachel? Don Draper und Betty? Carrie und Aidan? Die tragischsten Trennungen in der Historie des Bewegtbilds.

Von Anja Perkuhn und Christina Koormann

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Eine schrecklich nette Familie - Die "Deshalb hasse ich Spieleabende"-Trennung

Eine schrecklich nette Familie

Quelle: FOX

Gleich der erste Schock: Ja, auch Peggy und Al Bundy haben sich getrennt. All das Mäkeln, das Ärgern, der nervige Sex, den Frau Bundy immer von ihrem Ehemann einforderte, der doch einfach nur in Ruhe mit einem Bier in der Hand auf dem Sofa sitzen wollte - das gehörte doch zum Spiel. Dachte man. Nicht schön, aber wenn beide gleichermaßen austeilen (oder zumindest gleichermaßen ertragen), wird das die Ehe schon in der Balance halten - ziemlich genau wie bei Familie Simpson.

Doch dann in Staffel elf, Folge 14 und 15: Peggy und Al laden ein paar Freunde zum Spieleabend ein - und eins der Spiele besteht darin, dass jeder die jeweiligen Vorlieben seines Partners nennen muss. Ergebnis des spaßigen Beisammenseins: Peggy stellt fest, dass ihre Ehe die reinste Hölle ist. Die Eheberatung macht's nicht besser - am Ende setzt Peg ihren Mann vor die Tür.

Drei Folgen dauert es, bis die Ehe wieder gekittet und alles beim Alten ist: Peggy Bundy stöckelt um das Sofa herum, Al ist genervt vom Leben - Happy End.

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Mad Men - Die "Man hätte es kommen sehen können"-Trennung

Jon Hamm Mad Men

Quelle: ASSOCIATED PRESS

Rumgehurt hat er und gesoffen und noch mehr rumgehurt. Und dann noch mehr gesoffen. Saucool war Don Draper trotzdem, in seiner eleganten, selbstzerstörerischen Art - aber dass die Ehe mit der adretten Betty (die ebenfalls außerehelich ziemlich aktiv war) an seinem Lebens- und Liebesstil zugrunde gehen würde, das fühlte sich schon in der ersten Staffel unausweichlich an.

Und es kam, wie es kommen musste: In der dritten Staffel findet Betty heraus, dass Don sie nicht nur mit anderen betrogen, sondern auch über seine wahre Identität gelogen hat. Das ist nun wirklich zu viel des Unguten. Betty nimmt sich einen Scheidungsanwalt.

Wenn man ehrlich ist: Mit einem Old Fashioned lässt sich diese Scheidung ziemlich leicht runterspülen.

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Friends - Die "Wir hatten eine Pause eingelegt"-Trennung

Ross Rachel Friends

Quelle: ncb

Die Mutter - ach was: die Großmutter aller Trennungen! Es gibt ganze Seminare darüber, wer nun Schuld hatte an der Trennung der Freunde Ross und Rachel. (Übrigens: Ross.) Für Nicht-Eingeweihte: Ross - seit seiner Ich-trage-Schnauzer-Jugend in Rachel verliebt - und Rachel werden in der zweiten Staffel von Friends ein Paar. Nach einem Streit über die Absichten eines Arbeitskollegen von Rachel beschließt sie aber: Sie braucht eine Beziehungspause.

Der todtraurige Ross hängt betrunken in einer Bar herum, das nette Mädel vom Copyshop schleppt ihn ab - blöde Voraussetzungen für die große Versöhnung zwischen Ross und Rachel am nächsten Tag. Die gibt es zwar, als Rachel aber herausfindet, dass Ross mit einer anderen geschlafen hat, trennt sie sich.

Zum Glück weiß man trotz aller Suff-Heiraten, One-Night-Stand-Kinder, Jobangebote und nicht gelesener Briefe, die da noch kommen: Das wird noch was.

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(500) Days Of Summer - Die "Du bist halt leider nicht der Eine"-Trennung

500 Days Of Summer

Quelle: Fox Searchlight Pictures

Es fängt schon eher unpraktisch an: Summer glaubt nicht an die wahre Liebe - Tom schon. Besonders an die mit Summer. Die neue Sekretärin seines Chefs haut den Postkarten-Gestalter völlig um und hat ihn emotional total in der Hand.

Als sie mit ihm Schluss macht und eines Tages dann auch noch einen Ring am Finger trägt, ist Toms Leben ein Trümmerhaufen. Das klärende Gespräch, das sie an Toms Lieblingsort führen, beendet ihre Beziehung endgültig - Tom wünscht ihr alles Gute für ihre Ehe und ein glückliches Leben.

Er ist ja so vernünftig! Aber eigentlich soll er sie doch am Ende kriegen! Es soll einfach nicht sein, schnief.

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Buffy - Die "Wenn wir Sex haben, verlierst du deine Seele und ich muss dich töten"-Trennung

Buffy Summers Sarah Michelle Gellar in Szene 1996 UnitedArchives01254542

Quelle: Imago Stock&People

Ein ziemlicher Beziehungskiller: Buffy ist die Vampirjägerin - Angel ein Vampir. Dass das auf traditionell griechisch-tragödiale Weise ausgehen wird, sieht man schon eindrucksvoll in der ersten Staffel: der erste Kuss, eigentlich ein Abschied, der arme Blutsauger schaut verletzt. Die Überraschung: Ist er auch. Das silberne Kreuz, das er der Teenager-Dämonentöterin geschenkt hat, hat sich als blutiger Abdruck in seine Brust gefräst.

Eine Beziehung fangen sie irgendwann trotzdem an - leider gehört dazu auch Sex. Und der macht den Vampir mit der Seele so glücklich, dass seine Seele wieder verschwindet und er sich in einen richtig fiesen Dämonen verwandelt, der mordend durch Sunnydale zieht. Buffy muss den Spuk beenden, indem sie dem Geliebten ein Schwert in die Brust rammt und ihn in eine Höllendimension stößt - härter und nachdrücklicher geht eine Trennung nicht.

(Nach seiner magischen Rückkehr aus der Höllendimension und einer weiteren On-and-off-Beziehung flüchtet Angel schließlich nach Los Angeles - und in die Spin-Off-Serie Angel.)

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Blau ist eine warme Farbe - Die "Es ist kompliziert und du stehst nicht wirklich zu uns"-Trennung

Blau ist eine warme Farbe

Quelle: dpa

Die Jugendliche Adèle ist sich nicht sicher, ob sie wirklich auf Männer steht - zur blauhaarigen, lesbischen Emma fühlt sie sich stark hingezogen. Mit ihr entdeckt sie die Liebe, kann sich aber nicht öffentlich zu ihrer lesbischen Beziehung bekennen.

Nach einer langen, intensiven Zeit kommt Emma hinter eine Affäre, die Adèle mit einem Mann hat. Unglaublich verletzt rastet sie aus, beschimpft ihre Freundin, schlägt sie, weint und schreit - es ist ein großes Drama. Sie wirft Adèle raus, die ihre Affäre bitter bereut.

Auch Jahre nach der Trennung sind die Gefühle noch da, trotzdem finden die beiden Frauen nicht mehr zueinander. Wir verstehen beide - Emma, weil sie so enttäuscht ist, und Adèle, weil doch Emma ihre wahre Liebe ist.

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How I Met Your Mother - Die "Man lädt den Ex nicht zur Hochzeit ein"-Trennung

How I Met Your Mother

Quelle: Twentieth Century Fox Television

Oder auch die "Ted, hättest du mal auf deine Verlobte gehört"-Trennung. Die hat nämlich von Anfang an gesagt: Die Ex-Partner auf die Hochzeit einzuladen, ist keine gute Idee.

Am Ende steht Ted allein vor dem Altar und Stella schippert mit ihrem Ex-Freund, der es nie zustande gebracht hat, um ihre Hand anzuhalten, und dem gemeinsamen Kind in den Sonnenuntergang.

Hämisch will da natürlich keiner sein, aber die Zuschaueraugen blieben doch eher trocken. Anhänger der Pärchenkombination "Ted und Robin" rieben sich die Hände.

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Bridget Jones - Die "Ich bin ohne dich viel besser dran"-Trennung

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Quelle: Imago

R-E-S-P-E-C-T! Bridget Jones gibt Chef und Geliebtem Daniel Cleaver im Büro mit Schmackes die volle Breitseite.

Nachdem der ihr verheimlicht hatte, dass er verlobt ist und besagte Verlobte auch noch sehr hässliche Sachen über Bridgets Figur sagt, reicht es ihr: Kurzerhand sucht sich die liebenswerte Bridget einen Job beim Fernsehen und schmeißt den alten Job vor der gesamter Belegschaft hin. Daniel, sehr irritiert, kann nur noch stotternd den Vorschlag machen, ihr einen anderen Job anzubieten. "Lieber wische ich den Hintern von Saddam Hussein", sagt sie und verlässt erhobenen Hauptes den Verlag - und Daniel Cleaver.

So wollen wir es sehen: Eine selbstbewusste Frau wie Bridget lässt sich sowas von einem Macho-Boss nämlich nicht gefallen. Den braucht sie nicht zu ihrem Glück.

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Casablanca - Die "Ich bin ein Gentleman und lasse dich selbstlos gehen"-Trennung

70 Jahre 'Casablanca'

Quelle: dpa

Der "beste Liebesfilm aller Zeiten" hat kein Happy End: Rick und Ilsa schauen sich tief in die Augen - und gehen dann getrennte Wege.

Nein, er räumt ihren Ehemann nicht aus dem Weg, nein, er verlässt nicht mit ihr zusammen Marokko für ein gemeinsames Leben. Er überlässt Victor László großzügig die Frau seiner Träume und legt dafür sogar noch einen Verfolger um. Wirklich sehr Gentleman-like.

Aber ... schluchz ...ist das nicht etwas zu ... großherzig und ... heul ... zu selbstlos?

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Gilmore Girls - Die "Du bist perfekt und alles, aber er hat ein Auto zu Schrott gefahren"-Trennung

gilmore girls

Quelle: VOX/Warner Bros. Ent./KH

So ein fescher, junger Mann, dieser Dean. Er hat einen ordentlichen Job im Supermarkt, er ist nett zu seiner Mama und er bringt Rory Gilmore immer pünktlich nach Hause - wenn er nicht sowieso den Abend gleich mit der ganzen Familie Gilmore verbringt.

Doch irgendwann taucht, man möchte fast sagen: zwangsläufig, der Bay Boy Jess auf - und der hat dunkle Haare, schwänzt die Schule, liest kluge Bücher wie Rory und bringt ihre spontane Seite zum Vorschein. Die Klimax dessen: Sie fahren mit dem Auto herum, um ein Eis zu essen, und haben einen Unfall. Rory bricht sich den Arm - Interpretationswütige können darin gern den Bruch ihrer Lebenslinie als Unschuldslamm sehen.

Sie verdrängt allerdings noch eine ganze Weile, dass Dean nicht mehr Nummer eins ist. Die Trennung kriegt die perfekte Bühne: einen Tanzmarathon. Auf dem Parkett der örtlichen Mehrzweckhalle endet die Jugendliebe - Dean macht Schluss. Weil Rory offensichtlich in Jess verknallt ist.

Traurig war's, der arme Junge - aber mal ehrlich: An der Stelle waren alle Zuschauerinnen schon lange selbst verknallt in Jess.

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Doctor Who - Die "Ich verbrenne gerade eine Sonne, um mich zu verabschieden"-Trennung

Doctor Who Doomsday

Quelle: BBC

Es ist nicht einfach schlimm. Es ist furchtbar. Folge auf Folge baut Doctor Who die feine Beziehung zwischen Dem Doktor und seiner Begleiterin Rose auf. Eigentlich ist sie ja ohnehin unmöglich: Er ist ein Hunderte Jahre alter, zeitreisender Außerirdischer - und sie ein süßes, prolliges Mädchen aus London mit einer extrem endlichen Lebensspanne.

Doch irgendwie ist da immer etwas zwischen ihnen - und in der Folge "Doomsday" zerbricht, zerreißt, zerfetzt es. Das Team um Den Doktor und Rose hat gerade wieder einmal die Welt und die Menschheit gerettet, dafür mussten sie aber die Verbindung zu einem Paralleluniversum für immer kappen. Wer noch auf der anderen Seite ist: Rose.

Und als wäre diese abrupte Trennung nicht schon schlimm genug, hat Rose in ihrer neuen Realität einen Traum, der sie zu einem Strand ruft. Dort wartet: Der Doktor. Als Hologramm. Durch einen letzten winzigen Bruch zwischen den beiden Universen sendet er sein Bild, "Ich verbrenne gerade eine Sonne, um mich zu verabschieden", sagt er.

Rose bricht in Tränen aus und gesteht Dem Doktor ihre Liebe. Er nutzt seine letzte Chance für das Geständnis: "Rose Tyler, ich ..." Dann verschwindet sein Bild.

Und da schniefen selbst die, die sonst die physikalische Unmöglichkeit eines Hologramms durch einen Spalt im Universum erklären.

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Sex And The City - Die "Du bist einfach nicht Mister Big"-Trennung

Sex and the City

Quelle: HBO

Wünscht sich nicht (fast) jeder Mensch einen Partner wie Aidan Shaw? Verständnisvoll, liebevoll, romantisch, fürsorglich - und dazu noch gutaussehend.

Carrie Bradshaw reicht das nicht nicht aus. Sie lässt sich (wie so oft) zu einer Liaison mit dem ominösen Mister Big in seiner stets pünktlichen schwarzen Limousine hinreißen. Das verkraftet das zarte Pflänzchen Aidan nicht, er beendet die Beziehung schweren Herzens. Die beiden finden sich noch einmal wieder, und verloben sich sogar. Aber so richtig wird das nix mehr.

Er kann den Seitensprung nicht verzeihen, haut seinem Konkurrenten eine rein. Carrie löst die Verlobung schließlich auf - keine Chance für diese Beziehung!

Weil Sex And The City aber immer recht fair ist, findet Aidan noch sein Glück - mit einer anderen Frau.

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Free Willy - Die "Deine Rückenflosse ist geknickt, also spring jetzt über die Steine"-Trennung

Filmszene mit Keiko aus "Free Willy"

Quelle: dpa

Was haben wir alle geheult. Und uns gleichzeitig gefreut, dass es dem Crash Kid Jesse gelingt, seinen riesigen Freund Willy in die Freiheit zu entlassen.

Die Trennung ist hier unumgänglich und leider auch für alle das Beste. Nur nicht für die geldgierigen Betreiber des Fun-Parks, in dem Willy sein Dasein fristen musste, weshalb seine Rückenflosse schon eingeknickt ist - ein biologischen Randwissen, das allen 90er-Kindern gegeben ist. Auf einem klapprigen Laster fahren also die Gutmenschen den Wal an den Strand und Jesse entlässt ihn in die Freiheit.

Der Junge ruft "Spring, Willy!", und Willy springt. Zum Abschied winkt er noch einmal mit der riesigen Flosse. Eine Trennung, die glücklich macht - und noch mal mehr, wenn man weiß: Der Filmwahl Keiko wurde nach den Dreharbeiten auch in die Freiheit entlassen. Echt jetzt.

© SZ.de/jobr
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