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Talkshow am Sonntagabend:Günther Jauch macht Schluss mit "Günther Jauch"

FIFA-Sumpf - Thema bei Jauch

Günther Jauch gibt als ARD-Talkmaster auf - "sowohl aus beruflichen als auch aus privaten Gründen", sagt er.

(Foto: dpa)
  • Der NDR teilt mit, dass die Talksendung Günther Jauch zum Ende dieses Jahres eingestellt wird.
  • Grund ist dem Sender zufolge, dass Talkmaster Günther Jauch eine angebotene Vertragsverlängerung abgelehnt hat.
  • ARD-Programmdirektor Volker Herres stellt eine Nachfolgesendung in Aussicht.

Aus für den Talk im Gasometer: Die ARD-Sonntagssendung Günther Jauch läuft zum Jahresende aus. Das teilt der NDR als zuständiger Sender mit.

Grund für die Einstellung sei der Moderator selbst: "Über das Angebot der ARD zur Vertragsverlängerung habe ich mich sehr gefreut. Sowohl aus beruflichen als auch aus privaten Gründen habe ich es nicht angenommen", wird Jauch zitiert.

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor erklärte, der Senderverbund respektiere die Entscheidung des 58-Jährigen. Er habe mit der Sendung oft die politische Agenda geprägt und für das Erste neue Zuschauer gewonnen. Die Sendung, die sonntagsabends prominent nach dem Tatort läuft, hat gute Einschaltquoten - dem NDR zufolge im Durchschnitt aller bisherigen Sendungen 4,62 Millionen Zuschauer. Sie endet nun nach vier Jahren.

2007 hatte das Erste dem Quotenbringer Jauch die Sendung zum ersten Mal angeboten - damals sagte er ab und konzentrierte sich weiter auf seinen Stammsender RTL und auf seine dortigen Formate Stern TV und Wer wird Millionär?, seine Sondersendungen und Sportmoderationen. Damals rückte Anne Will an die Stelle der hinauskomplementierten Sabine Christiansen.

Anknüpfen an den "Erfolg"

2010 übernahm Jauch dann doch. Für die ARD war dessen Rückkehr vom Privatsender RTL ein großer Triumph: Jauch hatte sein Handwerk mehr als 30 Jahre zuvor beim Bayerischen Rundfunk gelernt, damals zusammen mit seinem Freund Thomas Gottschalk.

ARD-Programmdirektor Volker Herres stellte am Freitag bereits eine Nachfolgesendung in Aussicht. "Günther Jauch erreicht mehr Zuschauer als bislang alle vergleichbaren politisch-aktuellen Talkformate. Außerdem liegt der Anteil der jüngeren Zuschauer so hoch wie nie zuvor", sagte er. "An diesen Erfolg werden wir 2016 anknüpfen können und unseren Premium-Anspruch in diesem Genre aufrechterhalten - dann leider ohne Günther Jauch. Jetzt freuen wir uns aber erstmal auf seine zweite Halbzeit in 2015."

© SZ.de/aper/rus

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