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"Stuckrad-Barre" bei Tele 5:"Hallo an alle, die noch da sind!"

Nach langem Kampf kommt Lauterbach immerhin auf acht der insgesamt zwölf Namen - und versucht dabei noch zu schummeln, indem er sich selbst zweimal nennt. Das ist nicht ins Gesicht springend witzig und auch nicht so erkenntnisreich, wie die vielen öffentlich-rechtlichen Talksendungen sich wähnen. Es ist genauso witzig und erkenntnisreich, wie eine TV-Sendung ohne jegliche Zwänge witzig und erkenntnisreich sein kann. Vor allem aber transportiert es eine Lockerheit, wie sie die meisten Politiker für gewöhnlich nicht einmal unter Androhung von Prügel hinbekommen würden.

In der Folge machen sich Stuckrad-Barre und Lauterbach über fragwürdige Wahlplakate der Partei Bibeltreuer Christen und der FDP lustig und Lauterbach sagt über die Fragetechnik von Markus Lanz den bemerkenswerten Satz: "Markus Lanz will nichts wissen, er will was hören." Muss angenehm sein für einen Talkshow-Moderator, wenn der Gast freiwillig solche Dinge sagt.

Immer angenehm für den Zuschauer ist Stuckrad-Barres Fähigkeit, Stille zu ertragen. Einen Witz nicht zu erklären, sondern einfach abzuwarten. Wer den Humor von Mario Barth lustig findet, wird in solchen Momenten - und die Show bietet viele davon - einfach wegzappen. Aber das ist Stuckrad-Barre ohnehin egal. Lieber erklärt er Lauterbach, dass der Zuschauer ein flüchtiges Wesen sei und fügt mit festem Blick in die Kamera hinzu: "Hallo an alle, die noch da sind!"

Kürzer wäre besser

Dieses "Ist-mir-doch-egal-Konzept" trägt leider nicht über die ganzen 45 Minuten Sendezeit, eine Komprimierung auf 30 Minuten wäre angemessen. Noch interessanter wird das mit der Tragfähigkeit in der Woche vor der Bundestagswahl: Dort geht Stuckrad-Barre täglich auf Sendung, am Wahlabend plaudert er live vier Stunden lang mit ausgewählten Gästen.

Aber er wird auch das mit stoischer Ruhe, Desinteresse bezüglich des Zuschauerinteresses und einer treuen Fangemeinde hinter sich bringen. Kommende Woche begrüßt er erst mal Matthias Machnig in seiner Show. Der ist ebenfalls SPD-Politiker und ebenfalls im unwahrscheinlichen Falle eines Wahlsieges für ein Ministeramt vorgesehen. Und er sollte schleunigst die Namen sämtlicher Mitglieder des Steinbrück'schen Kompetenzteams auswendig lernen.

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