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Kolumne "Abspann" zu "Sex and the City":Da waren's nur noch drei

Sep 21 2007 New York NY USA Actresses KRISTIN DAVIS SARAH JESSICA PARKER CYNTHIA NIXON and

Kristin Davis, Sarah Jessica Parker, Cynthia Nixon und Kim Cattrall: Vor zwanzig Jahren galt "Sex and the City" als großartige Serie über urbane Single-Frauen.

(Foto: imago/ZUMA Press)

HBO will die Serie "Sex and the City" mit zehn neuen Folgen fortsetzen - aber ohne Samantha. Bitte?

Von Susan Vahabzadeh

Es gibt einen Neuzugang auf der Liste alter Erfolgsserien, die eine späte Fortsetzung finden: HBO will zehn neue Folgen von Sex and the City drehen. Sarah Jessica Parker, Cynthia Nixon und Kristin Davis sind wieder dabei, in ihren früheren Rollen, Carrie (Kolumnistin mit Liebesproblemen), Miranda (Anwältin mit Liebesproblemen) und Charlotte (Galeristin mit Liebesproblemen). Kim Cattrall, als Samantha die vierte im Bunde (PR-Beraterin mit Sexproblemen), hat sich mit Sarah Jessica Parker so final überworfen, dass es in der Neuauflage ohne sie gehen muss. Ebenso ohne den Schöpfer Darren Star, der mit der Netflix-Serie Emily in Paris (Influencerin mit Liebesproblemen)beschäftigt ist. Die Serie soll jetzt And Just Like That... heißen, Produzent und Regisseur Michael Patrick King ist weiterhin an Bord.

Das Original ging 1998 auf Sendung, die Figuren sind inzwischen in ihren Fünfzigern. Sarah Jessica Parker hat vorab gesagt, Carrie sei sicherlich von "Me Too" bewegt - vielleicht hatte Carrie also in der Zwischenzeit ein feministisches Erweckungserlebnis. Sie könnte eines brauchen, denn Sex and the City galt vor zwanzig Jahren auf der Höhe des Erfolgs zwar als großartige Serie über urbane Single-Frauen, unter feministischen Gesichtspunkten war die Stilikone Carrie, die lieber in die Bar geht als zur Wahl, eher kein Vorbild.

Samantha fällt weg - aber was wird eigentlich aus der fünften Hauptdarstellerin, der Stadt New York?

Neu aufgelegt wurden in letzter Zeit in den USA vor allem jene Comedyserien, die in ihren Anfängen neue Maßstäbe setzten und die Wahrnehmung prägten. Roseanne aus den Achtzigern etwa, über eine Arbeiterfamilie, in der immer das Geld knapp war; und Will & Grace über einen schwulen Anwalt in den späten Neunzigern. Beide haben mit neuen Folgen allerdings keine soziale Sprengkraft mehr entwickeln können.

Was nun die Aussichten der neuen High-Heel-Serie betrifft: Ohne Samantha, die coolste der vier, ist Sex and the City kaum vorstellbar. Schon die zwei Kinofilme, mit denen Fans der Serie nach ihrem Ende 2004 über Wasser gehalten werden sollten, waren eher zum Absaufen. Bleibt die Frage nach der fünften Hauptdarstellerin: New York. And Just Like That... wird zwar wieder in der Stadt spielen, die schon in der Originalserie ein glamouröses Fantasiegebilde war. Aber der Nimbus als Welthauptstadt der Träume hat in letzter Zeit ja schwer gelitten.

© SZ/ebri
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