"The Gloaming" auf Fox:Spuk und trüber Nebel

Szene The Gloaming Fox

Leichenfund vor pittoreskem Wasserfall - Szene aus "The Gloaming"

(Foto: Fox)

In der australischen Krimi-Horror-Serie "The Gloaming" ist die unberührte Insel Tasmanien der Hauptdarsteller.

Von Carolin Gasteiger

"The Gloaming" ist zwar eine Krimi-Horror-Serie, und natürlich geht es um Mord. Aber die australische Produktion könnte ebenso als Natur-Doku durchgehen, ist ihr wahrer Protagonist doch das Land, in dem sie spielt: Tasmanien.

An diesem kleinen, wundervollen, unglaublich bemerkenswerten Fleckchen Natur, einer Insel südlich von Melbourne, wird ein Mord verübt. Eine Frauenleiche liegt in Stacheldraht gewickelt unterhalb eines Wasserfalls - und in Tasmanien ist dieses wilde Setting nur wenige Autominuten vom Hafen der Hauptstadt Hobart entfernt. Am liebsten wäre es dem Polizeichef, wenn der Mörder kein Einheimischer wäre. Wo die Insel doch so ein friedlicher Ort sei.

Wobei, so friedlich geht es dort gar nicht zu, denn auf den Mord folgt gleich ein Selbstmord, und beide Todesfälle führen auf den Mord an einer Schülerin vor zwanzig Jahren zurück. Aus diesem Grund wird ein Kommissar (Ewen Leslie) aus Melbourne eingeflogen, der damals dabei war, nun aber gar nicht wieder zurück in seine Heimat will. Die Kommissarin vor Ort (Emma Booth) kennt ihn noch von früher und ist wenig begeistert, ihn wiederzusehen. Offenbar, scheint Drehbuchautorin Vikki Madden zu suggerieren, führt in "The Gloaming" alles in die Vergangenheit und die lässt einen einfach nicht los. Diese Verstrickungen passen auch zur Insel Tasmanien, die allein schon durch ihre Anfänge als britische Strafkolonie einen Sonderstatus gegenüber dem Festland genießt - worauf die Einwohner mitunter immer noch stolz zu sein scheinen. "Wir kommen am Ende doch alle nach Hause", sagt ein früherer Mitschüler zum Kommissar. Und irgendwie schwingt etwas Bedrohliches in diesem Satz mit.

Der Titel "The Gloaming" bezieht sich auf die Dämmerung, diesen merkwürdige Zeit zwischen Sonnenuntergang und Dunkelheit - und ebenso diffus, trüb und unheimlich ist die Stimmung in der Serie. Mal flackert das Licht, Gestalten in dunklen Hoodies tauchen auf, die Ermittler finden mumifizierte Katzen und Runen an den Wänden. Das alles geschieht im trüben Nebel vor Mount Wellington, dem Hausberg Hobarts und vor den sattgrünen Wäldern der Insel oder im Licht des Hafens bei Nacht. Vorab sind nur die ersten drei Folgen zu sehen, aber die lassen vermuten, dass "The Gloaming" nicht nur die Vergangenheit der Figuren aufarbeitet, sondern auch auf die Vergangenheit Tasmaniens.

The Gloaming, acht Folgen, auf Sky Go* und Sky Ticket*

*Hinweis in Kooperation mit Just Watch: Über diese Links werden Sie auf eine Partnerwebsite weitergeleitet. Der Süddeutsche Verlag bekommt dafür in manchen Fällen eine Provision. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Berichterstattung der Redaktion der Süddeutschen Zeitung.

Zur SZ-Startseite

Fernsehen und Streaming
:Das sind die Serien des Monats

"I may destroy you" ist detektivisches Psychogramm und Generationenporträt, in "Das Damengambit" geht es um mehr als Schach und in "Barbaren" hört man wunderschönes Latein. Die Empfehlungen im Oktober.

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB