Scientology reagiert auf Kritik im TV Kampagne gegen "South Park"

Dass Scientology mit Kritik nicht besonders gut umgehen kann, ist bekannt. Doch mit welchen Mitteln die Sekte gegen die Macher der Fernsehserie "South Park" vorgeht, schockiert selbst liberale Amerikaner.

Von Jörg Häntzschel

Wie empfindlich die Scientology-Kirche auf Kritik reagiert, ist bekannt. In Deutschland, wo Scientology nie einen guten Stand hatte, sind solche Fälle Legion. In den USA hingegen halten die meisten Scientology nur für eine besonders bizarre Bude auf dem großen Bazar der Religionen. Viel mehr als ein Achselzucken lösten weder die abstrusen Praktiken der Kirche, noch deren autoritäre Strukturen aus. Religion ist Privatsache.

Matt Stone (links) und Trey Parker bekamen Ärger mit Scientology, nachdem sie sich in ihrer Serie South Park über die Sekte lustig gemacht hatten.

(Foto: AP)

Trey Parker und Matt Stone, die Macher von South Park, hielten sich nicht an diese Übereinkunft. In der 2005 ausgestrahlten Episode "Trapped in the Closet" machten sie sich recht derb über Scientology lustig. Dass die Kirchen-Bosse das nicht witzig fanden, war eigentlich zu erwarten.

Nicht aber der Undercover-Krieg, den sie gegen Parker und Stone anzettelten. Auf seinem Blog hat der Scientology-Aussteiger Marthy Rathburn Details dieser Kampagne veröffentlicht, die auch die liberalen Amerikaner schockierten.

Rathburn legt anhand von E-Mails dar, wie das "Office of Special Affairs" (OSA) versucht, Details aus dem Privatleben von Parker und Stone und ihren Mitarbeitern auszuspionieren. Das OSA ordnete laut Rathburn unter anderem an, den Müll der South-Park-Mitarbeiter zu durchwühlen, um "Telefonrechnungen, Kontoauszüge, private Briefe" zu finden, in der Hoffnung, dabei auf "Schwächen" zu stoßen, die man zur Einschüchterung nützen könne.

Erst im Februar hatte der bekannte Drehbuchautor Paul Haggis (Million Dollar Baby) im New Yorker öffentlich mit der Sekte abgerechnet, der er 34 Jahre lang angehört hatte.