Öffentlich-RechtlicheDiese Typen zahlen keinen Rundfunkbeitrag

Überall nur GEZ-Muffel? Warum manche nichts für die Öffentlich-Rechtlichen zahlen wollen.

Was bisher geschah: In Chemnitz wird eine 46-jährige Frau Anfang des Jahres als "GEZ-Rebellin" bekannt; sie sitzt 61 Tage lang in Erzwingungshaft, weil sie sich weigert, die Rundfunkabgabe zu bezahlen. Die AfD wiederum lässt keine Gelegenheit aus, die Abschaffung der aktuellen Rundfunkfinanzierung zu fordern; Politikerin Beatrix von Storch zahlt ihre 17,50 Euro für ARD, ZDF und Deutschlandradio so lange nicht, dass ihr Konto gepfändet wird. Einige Privatleute und Firmen, die das 2013 eingeführte pauschale öffentlich-rechtliche Zahlsystem für ungerecht halten, verweigern ebenso die Zahlung und bringen den Rechtsstreit darüber bis vors Bundesverfassungsgericht. Leben wir, fragt man sich da, in einem Land, das Claus Kleber und den Tatort nicht mehr lieb hat? Leben wir unter lauter Beitragsverweigerern?

Die Zahlen für die ARD, die der SZ vorliegen, zeigen, dass das nicht stimmt. Von Massenverweigerung im Land kann keine Rede sein. Die Sender verzeichnen durchweg hohe, teilweise sogar sehr hohe Einkommenszuwächse, seit es die Haushaltsabgabe und die pauschale Zahlpflicht für alle Wohnungsinhaber gibt. ARD, ZDF und Deutschlandradio fordern Geld von mehr Menschen und bekommt auch mehr. So viel mehr, dass 2017 der Beitrag voraussichtlich gesenkt wird. Es kommt auch deshalb so viel rein, weil die Sender für alle Wohnungsinhaber ein Beitragskonto angelegt und Rechnungen an sie verschickt haben - sogenannte Direktanmeldungen -, statt zu warten, wer sich freiwillig anmeldet. Mit der Methode hat offensichtlich vor allem der RBB in Berlin enormen Erfolg.

Aber wer sind diejenigen, die nicht zahlen? Eine kleine Typologie.

Bild: dpa 21. Mai 2016, 15:382016-05-21 15:38:18 © SZ/khil