Nachfolger von Ottfried Fischer Der neue Schlachthof

Altes Gewand, neue Akzente: Christian Springer und Michael Altinger übernehmen die Kabarett-Sendung des BR und zeigen, dass es auch ohne Ottfried Fischer geht.

Von Carolin Gasteiger

Ignorieren können sie ihn nicht, das wäre auch schwierig, bei seiner Statur. Als Michael Altinger und Christian Springer am Montagmittag über ihre neue Sendung "Schlachthof" sprechen, schwingt Ottfried Fischer im Hintergrund mit.

Fischer ist mit dem bayerischen Kabarett verwachsen: 17 Jahre lang lud er Kollegen aus ganz Deutschland zu seinen Stammtisch im Schlachthof, immer wieder bot er auch Nachwuchskräften eine Chance. Erfolgreiche Kabarettisten wie Django Asül und Martina Schwarzmann hatten in "Ottis Schlachthof" ihren ersten Auftritt. Altinger selbst wurde von Fischer entdeckt. Ein vergleichbares Format gibt es nicht.

Besonders durch ihren Live-Charakter bot die Sendung eine willkommene Abwechslung im bayerischen Fernsehen - und das Publikum liebte Otti, wie er mit stoischem Grinsen durch die Sendung führte und dabei genüsslich gegen die Politik keilte. Dann der Bruch im vergangenen Sommer: Ottfried Fischer musste seine Sendung aus gesundheitlichen Gründen Ende des Jahres aufgeben. Der Schock saß tief, bei den BR-Kollegen, bei den Gästen, beim Publikum. Und immer wieder wurde betont, dass es die Sendung ohne Fischer nicht mehr geben könne.

"Gerührt, geplättet und unendlich dankbar"

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Doch so ganz ohne Kabarett geht es im Bayerischen Fernsehen anscheinend doch nicht. Nun präsentiert der Sender einen neuen, alten "Schlachthof" mit Michael Altinger und Christian "Fonsi" Springer. Die beiden wollen künftig einmal monatlich am Donnerstagabend kommentieren, was ihnen unter die Finger kommt - am 21. März gehen sie mit ihrer Satiresendung an den Start. Auch Gäste wird es im Schlachthof weiterhin geben, in der ersten Sendung treten Philipp Weber, Martina Schwarzmann und Vince Ebert auf. Sie wollen das, was sie auf der Bühne machen, auch im neuen "Schlachthof" fortführen, betonen sie.

Vor dem Vergleich mit "Ottis Schlachthof" scheuen sich die Kabarettisten nicht - ignorieren wollen sie ihren Vorgänger schon gar nicht. Zu eng sind auch die beiden mit ihm verknüpft: Altinger war in den letzten sechs Sendungen Fischers Bühnenpartner (ohne Ambitionen, das Format nach Fischers Ausscheiden fortführen zu wollen, hieß es), Springer war oft zu Gast und als Autor für Fischer tätig. In einem Punkt wollen sie gezielt an ihn anknüpfen: bei der Nachwuchsförderung.

Politischer und aktueller

Alles also beim Alten im Schlachthof? "Die Trauer darüber, dass der Otti aufgehört hat, ist der Freude gewichen, dass zwei Kabarettisten im Schlachthof wieder Kabarett vor Live-Publikum machen", so Springer. Eins zu eins werden sie das Format nicht übernehmen, ergänzt Altinger und führt aus, dass es mobiler zugehen werde im Studio. Der Stammtisch weicht einem Stehpult, man wird mal auf der Bühne stehen, mal im Publikum. Mehr Dynamik werde das Ganze haben, so Altinger.

Ein bisschen mehr Wagemut hätte man den Neuen schon zugetraut. Doch sie wollen sich eben an dem orientieren, der sie groß gemacht hat. In die Sendung haben sie ihn bereits eingeladen. Und in einem Punkt scheren Altinger und Springer doch aus dem Traditionsmuster aus: Politischer und aktueller soll der Schlachthof werden, denn das Publikum sehne sich nach politischen Inhalten, so Springer. Einen Vorgeschmack, wie aktuell sie sein wollen, gibt er dann auch: "Wir hoffen, dass wir noch während der ersten Sendung das Ergebnis der Papstwahl verkünden können."