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Karl-Theodor zu Guttenberg:Der falsche Eindruck

"Stephanie zu Guttenberg - Glücklich getrennt": Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ging gerichtlich gegen die Illustrierte "Die Aktuelle" vor, die mit dieser Schlagzeile Leser locken wollte.

Ekkehard Müller-Jentsch

Der frühere Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, CSU, will die Frauenzeitschrift Die Aktuelle zu einer Gegendarstellung auf der Titelseite zwingen - das in Ismaning bei München erscheinende Blatt aus der WAZ women-Group habe bei seinen Lesern einen "falschen Eindruck erweckt". Die Schlagzeile der Gazette von Ende April lautete: "Sechs Wochen nach seinem Rücktritt. Stephanie zu Guttenberg. Glücklich getrennt! Ihr neues Leben - Was keiner wissen sollte".

German former defence minister zu Guttenberg leaves after a ceremony in presidential residence Bellevue palace in Berlin

Auch noch nach seinem Rücktritt stehen Karl-Theodor zu Guttenberg und seine Frau Stephanie bei Boulevard-Medien hoch im Kurs.

(Foto: REUTERS)

Der Vorsitzende Richter der Pressekammer am Landgericht MünchenI sprach an diesem Mittwoch aus, warum damals viele Leute die Zeitschrift gekauft haben dürften: "Jetzt ist er kein Minister mehr, jetzt verlässt sie ihn." Dieser Eindruck entstehe "unabweislich" beim Lesen der Schlagzeile.

"Dieser Eindruck ist falsch", soll nach Guttenbergs Willen deshalb möglichst rasch als neue Headline auf der Titelseite stehen. Rechtsanwalt Alexander Graf von Kalckreuth hatte die geforderte Gegendarstellung bereits per einstweiliger Verfügung gegen Die Aktuelle erwirkt. Weil sich der Verlag dagegen wehrt, wurde nun mündlich verhandelt.

Die Richter bestätigten die einstweilige Verfügung. Ob der Streit vor dem Oberlandesgericht fortgesetzt wird, ließ WAZ-Anwalt Gero Himmelsbach noch offen. emj

© SZ vom 03.06.2011/beitz
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