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Journalisten-Auszeichnung:Henri-Nannen-Preis für NSA-Berichterstattung

Henri-Nannen-Preis 2014 - Verleihung

Özlem Gezer (Der Spiegel) bekam den Henri-Nannen-Preis in der Kategorie Reportage, für ihren Text über Cornelius Gurlitt.

(Foto: Axel Heimken/dpa)

Auszeichnung für Qualitätsjournalismus: Beim Henri-Nannen-Preis 2014 wurden unter anderem ein Team des "Spiegels", ein Fotograf des "SZ-Magazins" und ein Gurlitt-Porträt prämiert. Das Hauptthema ist die NSA-Affäre - und Snowden höchstpersönlich gratuliert.

In mehreren Kategorien erhielten Reporter, Autoren und Fotografen die mit insgesamt 35 000 Euro dotierten Auszeichnungen: In Hamburg ist der Henri-Nannen-Preis 2014 vergeben worden, einer der wichtigsten deutschen Journalistenpreise.

Besondere Aufmerksamkeit fanden in diesem Jahr Beiträge zur Aufklärung des NSA-Überwachungsskandals. Der Preis für die beste investigative Leistung ging an ein Team des Nachrichtenmagazins Der Spiegel, das im Zuge der NSA-Affäre das Abhören des Handys von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aufdeckte. Für Verdienste um die Pressefreiheit ausgezeichnet wurde die US-Journalistin Laura Poitras. Sie war es, die gemeinsam mit Glenn Greenwald den NSA-Whistleblower Edward Snowden traf und über seine Enthüllungen berichtete.

Snowden selbst sorgte beim Publikum im Saal für Überraschung: Der ehemalige Geheimdienstarbeiter meldete sich per Videoeinspielung zu Wort und bedankte sich direkt bei Poitras für ihre "riskante und gefährliche Arbeit". Ihr Mut habe eine offenere, verantwortlichere Welt gebracht, sagte Snowden.

Henri-Nannen-Preis 2014 - Verleihung

Marietta Slomka überreicht der US-Journalistin Laura Poitras den "Henri".

(Foto: Axel Heimken/dpa)

An den Spiegel ging auch der Preis für die beste Reportage: Özlem Gezer erhielt die Auszeichnung für ihr eindrucksvolles Psychogramm des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt. Gezer hatte den zurückgezogen lebenden Mann nach Bekanntwerden der Kunstsensation mehrere Tage begleitet.

Preis für einen Beitrag im SZ-Magazin

Den zweiten Reportagenpreis in der Kategorie "Dokumentation" bekam Malte Henk für "Nennt uns bloß nicht Helden". Er beleuchtete für die Geo die Arbeit des Internationalen Roten Kreuzes. Bester Essayist war Wolfgang Uchatius von der Wochenzeitung Die Zeit mit seinem Text "Soll ich wählen oder shoppen?".

Moises Saman zeigte im Magazin der Süddeutschen Zeitung nach Ansicht der Jury die beste Fotoreportage, sie trägt den Titel "Im Reich des Todes" und zeigt Opfer von Gewalt und Folter im Sinai. (Fotos und Text finden Sie hier).

Die seit 2005 vergebenen Auszeichnungen erinnern an den Gründer des Magazins "Stern", Henri Nannen (1913-1996). Zum diesjährigen Jubiläum waren rund 1200 Gäste gekommen, darunter Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD).

Der Publizist Alfred Grosser (89) wurde für sein publizistisches Lebenswerk bedacht, vor allem für seinen Einsatz für die deutsch-französische Verständigung. Verteidigungsministerin von der Leyen würdigte seine unbedingte Wahrheitsliebe.

Henri-Nannen-Preis 2014 - Teppich

Preis für das Lebenswerk: Der Publizist Alfred Grosser mit seiner Frau bei der Preisverleihung.

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa)
© Süddeutsche.de/dpa/ebri

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