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"HTSDOF" auf Netflix:Den Drogenhandel vor der Familie geheim halten

'How to Sell Drugs Online (Fast)' - Staffel 2

Es wird zunehmend schwieriger, den Drogenhandel vor Familie und Freunden geheim zu halten. Maximilian Mundt und Anna Lena Klenke in "How to sell Drugs Online (fast)".

(Foto: dpa)

In der zweiten Staffel von "How to sell Drugs Online (Fast)" wird alles noch ein bisschen dramatischer als vor knapp einem Jahr - und wesentlich absurder.

Von Thilo Eggerbauer

Eine Million Euro mit 17 - verdient durch den Handel mit Drogen über das Internet. Höchste Zeit also, sich zur Ruhe zu setzen, könnte man glauben. Doch Moritz, der CEO der Internet-Drogenplattform "MyDrugs", denkt gar nicht daran. 15 Millionen sollten es schon sein. Dass Schwierigkeiten mit gefährlichen Kriminellen und eine Zukunft im Gefängnis als Konsequenzen drohen? Sei's drum. Seine Geschäftspartner und Freunde Lenny und Dan muss er von dieser Einstellung aber noch überzeugen.

Gut ein Jahr ist es her, dass der blasse Außenseiter Moritz (Maximilian Mundt) und sein todkranker bester Freund Lenny (Danilo Kamperidis) in der ersten Staffel von How to Sell Drugs Online (Fast) ihren Internetdrogenshop eröffneten. Nebenbei mussten sie sich mit dem Capoeira tanzenden Dan, Moritz' Ex-Freundin Lisa und dem von Bjarne Mädel gespielten Kleinstadtdealer Buba herumschlagen. Die von der Bild- und Tonfabrik produzierte Coming-of-Age-Serie war laut Netflix die meistgesehene deutsche Eigenproduktion des Streamingdienstes im vergangenen Jahr.

Nun startet die zweite Staffel, und in der Welt der fiktiven Kleinstadt Rinseln ist in der Zwischenzeit einiges passiert: Dan ist mittlerweile Teil des Drogen-Start-ups, Moritz wieder mit Lisa zusammen und seine Internetidentität "m1000" wird mit internationalem Haftbefehl gesucht. Die Seite "MyDrugs" wurde nämlich zur europaweit größten Internetplattform für den illegalen Handel mit Ecstasy-Tabletten. Kein Wunder also, dass die Polizei ein mindestens zwanzigköpfiges Team Vollprofis dahinter vermutet - und nicht drei minderjährige Schuljungen. Auch wenn die Ermittler ahnungslos sind: Es wird zunehmend schwieriger, den Drogenhandel vor Familie und Freunden geheim zu halten. Dazu kommen Probleme mit diversen Schwerkriminellen. Und, natürlich, die üblichen Dramen der Adoleszenz.

Die zweite Staffel von How to Sell Drugs Online (Fast) ist ein bisschen Gangstergroteske und ein bisschen Satire auf eine Start-up-Kultur, hinter deren Hipness sich knallharte Kapitalinteressen verbergen. Vor allem ist es aber eine Serie über das Erwachsenwerden. Man muss sich also damit abfinden, dass Konflikte unter Freunden oftmals wichtiger sind als drohende Gefahren durch Polizei und kriminelle Geschäftspartner.

Das Ganze wird in schnellen Schnitten erzählt und lässt einen Humor entstehen, der an Internet-Memes erinnert, etwa wenn Moritz erklärt, dass viele erfolgreiche Männer Probleme haben, funktionierende Beziehungen zu führen - während gleichzeitig die Namen der Verflossenen Leonardo DiCaprios vor einem Privatjet über den Bildschirm fliegen und im Hintergrund der Song "Mambo No. 5" Frauenname um Frauenname aufzählt.

Die Dialoge sind so pointenreich, dass man selbst schräge Metaphern verzeiht. "Ich werde einfach immer so krass nervös, wenn Leute in mein System wollen, und darum habe ich mir einfach eine Firewall gebaut, die keinen reinlässt", sagt einmal Kira, Lennys neue Internetbekanntschaft. "Kein Mensch redet so", erwidert dieser darauf ganz richtig.

How to Sell Drugs Online (Fast), ab 21. 7. bei Netflix.

© SZ/tmh

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