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Sky-Serie:Die hat der Teufel

Devils

Massimo Ruggero (Alessandro Borghi, links) erzählt vom Teufel in sich selbst - und im Bankenmilieu.

(Foto: Sky Italia/Sky Italia)

"Devils" spielt im Banker-Milieu und ist eine Art "Bad Banks" der Londoner Finanzwelt. Spannend wird die Serie durch das Ringen der Protagonisten mit sich selbst.

"Es heißt, der größte Trick des Teufels ist, dass er uns glauben lässt, dass er nicht existiert", sagt der erfolgreiche italienische Banker Massimo Ruggero (Alessandro Borghi) ziemlich am Anfang der ersten Folge der Serie. Doch schon wenig später widerspricht er diesem Bonmot: "Der größte Trick des Teufels ist nicht, dass er uns glauben lässt, dass er nicht existiert. Er umschmeichelt uns, sodass wir nicht merken, dass wir der Teufel sind." Und genau darum, um das Böse im Menschen in Form von Gewinnsucht und Gier geht es in der zehnteiligen Serie. Und doch zeigt sie auch den Dualismus zwischen Gut und Böse, den Kampf im Inneren der verschiedenen Protagonisten.

Dass die Finanzwelt nicht nur für Blockbuster wie "The Wolf of Wall Street", sondern auch für Serien bestes Futter bietet, demonstrierten die Öffentlich-Rechtlichen mit Bad Banks. Nun legt die Sky-Serie Devils ihr Brennglas auf die Londoner Finanzwelt, genauer gesagt auf das britische Büro einer US-amerikanischen Bank. Die Serie spielt im Jahr 2011, mitten im Sog der Eurokrise. Die legt auch den Grundpfeiler für die Handlung, die zwar fiktiv ist, von realen Ereignissen durchwirkt wird - inklusive dokumentarischer Ausschnitte wie beispielsweise Mario Draghis berühmtem "whatever it takes".

Um jenen Massimo Ruggero, der anfangs vom Teufel in sich selbst spricht, geht es in der Serie übrigens in erster Linie, er ist sehr erfolgreich und hat Millionen für seine Bank erwirtschaftet. Sein Gegenspieler - obwohl anfänglich eigentlich Freund und Mentor - ist sein Chef und CEO Dominic Morgan, gespielt von Patrick Dempsey, der seinen OP-Kittel aus Grey's Anatomy gegen einen perfekt sitzenden Maßanzug austauscht und dessen Charme sowohl Mitarbeiter wie Kunden als auch die Zuschauer in seinen Bann zieht. Was führt dieser Dominic Morgan im Schilde? Was hat es mit dem angeblichen Selbstmord des Bankers Ed Stuart auf sich? Und was kann Massimo Ruggero seinem Chef entgegenhalten?

Wichtig für die Handlung ist auch Sofia Flores (Laia Costa), die sich anfangs als Bloggerin ausgibt und Massimo umschmeichelt, aber in Wahrheit einer internationalen Organisation angehört, die die Bank stürzen will. Gemeinsam mit Massimos Team deckt sie eine internationale Finanzverschwörung auf. Doch wer auf welcher Seite steht, wer gut, wer böse ist - selbst Sofias Chef in der Organisation ist nicht das, was er zu sein scheint - bleibt lange im Dunkeln und macht die Geschichte, die auf dem italienischen Roman I diavoli von Guido Maria Brera basiert, so spannend.

Sieht man anfangs vor allem Banker-Klischees (Ferraris, Designermöbel, Koks), gewinnt die Serie mit der Zeit deutlich an Tiefgang. Und auch wenn man sich den ein oder anderen der vielen Nebenstränge bestimmt hätte sparen können, ist Devils ein Thriller, der auch jene packen dürfte, die mit dem Thema Wirtschaft wenig am Hut haben - oder es zumindest meinen.

© SZ

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