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TV-Seifenoper "Dahoam is Dahoam":"Mundgerechte" Rolle

Aber auf die Idee, den CSU-Heimatminister minutenlang in einer Heimatserie über seine Verdienste zur Heimat reden zu lassen, muss man erst einmal kommen.

Natürlich würde man dazu gerne den Intendanten befragen, Ulrich Wilhelm, CSU- Mitglied und ehemals Merkels Regierungssprecher. Der aber hat so schrecklich viel zu tun, dass er sich nicht auch noch um Parteifreund Söder kümmern kann, der zudem eine Ausbildung beim BR gemacht hat. Die Fernsehdirektorin Bettina Reitz muss also sprechen. Natürlich sei nicht Söder auf die Redaktion zugekommen. Lange schon habe es die Idee im Autorenteam gegeben, sagt Reitz, "fiktive Geschichten aus der Realität" einzubauen, mit echten Politikern, auch, weil es in der Serie ja politisch engagierte Menschen gebe, wie eben jene Vroni Brunner. Schon im Frühjahr 2014 habe der BR Söder gefragt. Und wer hat den Text geschrieben, der klingt wie aus der Pressestelle der Staatsregierung? Der Text sei vom Autorenteam gekommen, Söder - wie er es ja selbst gesagt habe - habe sich die Rolle dann noch "mundgerecht" gemacht.

Markus Söder in "Dahoam is Dahoam" - "Nicht immer nur das Negative sehen"

Wie Markus Söder in der Lansing-Saga sich selbst spielt und für seine Politik wirbt. Auszüge

Man sieht beim BR sogar ein Stück Aufklärung in Söders Auftritt. Es gehe auch darum, "die da oben" mit den Realitäten einer Bürgermeisterin wie Vroni Brunner zu konfrontieren. Die sei doch skeptisch und überdies parteilos. Und natürlich könne man keinen Politiker dazu bringen, zu sagen: Mir ist alles missglückt. "Eine Aktion im täglichen fiktionalen Erzählen darf man auch nicht überbewerten", sagt Bettina Reitz. Am nächsten Tag laufe die nächste Folge. Man solle da nichts hineingeheimnissen. Ulrich Wilhelm sei ein kritischer Geist und hervorragender Journalist, der für gute Inhalte kämpfe und sich niemals derart in das fiktionale Programm einmischen würde.

Das Konzept habe immer darin bestanden, Politiker verschiedener Parteien zu fragen, ob sie mitspielen wollen. Um Ausgewogenheit zu gewährleisten, seien auch Gastauftritte anderer Politiker geplant: Christian Ude habe schon zugesagt, Claudia Roth von den Grünen sei angefragt - schon vor der Söder-Kritik. "Ein wenig unglücklich" sei es vielleicht gewesen, dass dieses Konzept nicht angekündigt war, sagt Reitz.

Besonders gut passte es, dass die Serienfolge in dieser Woche lief, in der sich die CSU-Prominenz im traditionsreichen Wildbad Kreuth zur Winterklausur versammelte. Inklusive Söder. Für ihn, der gerne Ministerpräsident werden möchte, sind dies entscheidende Wochen: Eine (BR!)-Umfrage hatte gerade ermittelt, dass die Bayern ihn klar favorisieren. Seitdem wird in der CSU, auch in Kreuth, genau darauf geachtet, wie sich Söder präsentiert.

Promis in Serien

Auf fremdem Terrain

Für Söder ist auf dem Weg voran alles Strategie, auch seine Gastrolle. "800 000 Zuschauer", sagt er, "dafür müssen Sie 800 Bierzelte füllen". Die Aufregung versteht er nicht. "Das ist doch nichts Weltbewegendes." Probleme mit den politischen Parolen sehe er nicht. "Ich habe nur die Wahrheit gesagt." Jedenfalls habe er keinen Einfluss aufs Drehbuch gehabt, sondern nur manche Formulierung sprachlich seiner Redeweise angepasst. Die Kritik empfindet er als ein "bisschen kleinkariert", den Grünen empfiehlt er seine Filmpartnerin als Vorbild: "Diese Bürgermeisterin war tougher als die bayerischen Grünen."