TV-Kritik: Bettina Wulff bei Peter Hahne Familienalltag in Schloss Bellevue

Schloss Bellevue ist darauf zu sehen und in der linken unteren Ecke auch Peter Hahne, der nicht ohne Stolz betont, dass Bettina Wulff in ihrer neuen Rolle noch nie ein Interview gegeben hat und eifrig gestikulierend ankündigt, dass er sich nach dem Fernsehkonsum der Kinder erkundigen wird und auch nach der "Spielecke" fragen wird, die das Ehepaar im neuen Arbeitszimmer des Vaters einrichten wollte. Die Dinge eben, die die Nation - neben dem Tattoo der First Lady - wirklich bewegen.

Keine Sorge, die Spielecke existiert. Sie ist mit einem Tisch ausgestattet, an dem der zweieinhalbjährige Linus gerne malt. Und Fernsehen dürfen die Kinder auch. Linus zehn Minuten am Tag, meistens eine DVD mit der "Raupe Nimmersatt". Der siebenjährige Leander schaut "logo" - sehr zur Freude von ZDF-Mann Hahne, der seinerzeit die Kindernachrichten mitentwickelt hat und die Sendung "als ich jung und morgenschön war" im Pullover moderierte.

Und auch sonst darf man nach diesem Interview getrost konstatieren, dass die Wulffs in ihrem neuen Leben angekommen und, so betont es Bettina Wulff, dabei eine ganz normale Familie geblieben sind. Leander geht auf eine öffentliche Grundschule, am Wochenende wird Berlin erkundet, die Pfaueninsel besucht oder durchs Museum geschlendert. Bei einem Basketballspiel des Bundesligisten Alba Berlin war man schon, der Besuch beim Fußballzweitligisten Hertha BSC ist fest eingeplant. Abends wird vorgelesen und gebetet, samstags die Sportschau geschaut und "Wetten dass...?" - die Botschaft ist eindeutig: Familienalltag in Schloss Bellevue ist auch nicht anders als in einer Vorstadtsiedlung von Bielefeld.

Ist sie natürlich doch. Die Kameras, die Reisen, die Auftritte - schließlich nehmen auch die Aufgaben einer Präsidentengattin, etwa die Schirmherrschaft für das Müttergenesungswerk und die Stiftung "Eine Chance für Kinder", viel Zeit in Anspruch. Aber mit einem "guten Tagesplan", so erzählt die Präsidentengattin, bekäme sie den Spagat zwischen Familie und eigenen Aufgaben auf die Reihe. Und wenn es doch mal Schwierigkeiten gibt, dann vertraut die 37-Jährige auf ihre Mitarbeiter, ihre Organisationskraft und ihre Gelassenheit. Man könne ja "nicht immer gleich perfekt sein."