Berichterstattung aus Libyen:Absolutes Tabu

Dieser Maßstab gilt auch beim ZDF. Der stellvertretende Chefredakteur Elmar Theveßen erklärt: "Wir wollen auf keinen Fall etwas stimulieren, anregen oder gar nachstellen." Denn schließlich gelte: "Wir sind der Wahrheit verpflichtet und müssen ein möglichst objektives Bild der Welt abgeben. Sonst setzen wir unsere Glaubwürdigkeit aufs Spiel."

Um diese journalistischen Maßstäbe zu wahren, wird nur auf bestimmte Bilder zurückgegriffen: "Wir benutzen Bildmaterial von eigenen Kollegen vor Ort, von Agenturen wie Reuters, AP oder von anderen europäischen TV-Sendern sowie Youtube-Material, das aber von erfahrenen Kollegen überprüft wird. Diese nehmen dann etwa Kontakt mit den Urhebern der Videos auf. Die Quellen hierzu blenden wir immer ein."

Eine hundertprozentige Garantie, dass Bilder echt sind, gibt es aber nicht. So gibt es den Fall im Gaza-Krieg, als Bildmaterial über Versorgungsengpässe manipuliert wurde: "Da konnte man in den Spiegelungen der Kühlschränke sehen, dass die gegenüberliegenden Regale prall gefüllt waren", so Theveßen. Das Material hat das ZDF damals nicht gesendet, doch das, so der ZDF-Mann, "war Zufall. Fehler kann man nicht ausschließen. Wenn uns das passiert, müssten wir korrigieren und uns entschuldigen."

Auch Gniffke - zuständig für die renommierten ARD-Nachrichtensendungen Tagesschau und Tagesthemen - gibt zu, dass ihm möglicherweise inszenierte Bilder Sorgen bereiten. Letztendlich könne man nur den eigenen Leuten und Agenturpartnern vertrauen. "Das können wir letztlich weder ausschließen noch überprüfen", so der ARD-aktuell-Chefredakteur.

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