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Neue Staffel "Babylon Berlin":Sprung ins Jahr 1931

'Babylon Berlin'-Regisseure

Die Regisseure Tom Tykwer, Henk Handloegten und Achim von Borries kommen zur ARD-Premiere von "Babylon Berlin".

(Foto: dpa)

Im Frühjahr 2021 soll der Dreh für die vierte Staffel von "Babylon Berlin" starten. Darin wird die Erfolgsserie die goldenen Zwanziger endgültig hinter sich lassen. Die dritte Staffel läuft ab Sonntag in der ARD.

Die vierte Staffel von Babylon Berlin soll 2021 gedreht werden. Alle zwölf Folgen sind bereits geschrieben, nächstes Jahr will das Team um Regisseur Achim von Borries die Drehbücher dann realisieren.

Inhaltlich springt die Handlung mit den neuen Episoden zwei Jahre in die Zukunft: nämlich ins Jahr 1931. Damit bahnt sich die Machtübernahme der Nationalsozialisten bereits an, aber die Katastrophe ist für die Figuren noch nicht erkennbar. "Der Eisberg wie bei der 'Titanic', der ist noch nicht zu sehen. Es liegt noch ein Stück vor uns und unseren Helden", sagte der Regisseur von Borries der Deutschen Presse-Agentur.

Die aktuelle Staffel des 20er-Jahre-Krimis war bereits im Januar beim Bezahlsender Sky zu sehen, der erstmalig bei diesem Ausnahmeprojekt mit der ARD zusammenarbeitete. Jetzt darf die ARD die neuen Episoden zeigen. Für die Free-TV-Premiere bekommt die erste Folge des Krimis sogar die Sendezeit des Tatort am Sonntagabend. Schon zwei Tage vorher gibt es die neuen Episoden in der Mediathek, im Netz sind am 11. Oktober dann alle drei Staffeln komplett zu sehen.

"Wir haben immer gesagt, 1933 ist es vorbei"

Bisher spielte die Handlung rund um den jungen Kommissar Gereon Rath und seine Kollegin Charlotte Ritter im Jahr 1929. Mit der nächsten Staffel nähern sich die Protagonisten der Machtergreifung Hitlers. Damit bleiben dem Regie- und Autorentrio Achim von Borries, Tom Tykwer und Henk Handloegten nicht mehr allzu viel Zeit für weitere Staffeln, denn wie von Borries der Deutschen Presse-Agentur mitteilte, wolle er die Geschichte nicht weiter als 1933 erzählen. "Wenn es eine letzte Staffel gibt, wären es die ersten Monate nach der sogenannten Machtergreifung vor dem Reichstagsbrand." Für ihn sei damit das Babylonische in Berlin, was den Kern der Serie ausmacht, zu Ende. Danach wolle er nicht weitererzählen.

Laut Drehbuchautor Tykwer können sich die Figuren bis dahin noch in viele Richtungen entwickeln: "Eine gute Leitlinie ist für mich: Egal, wie kurz der Auftritt der Figuren ist, es muss immer noch eine zweite Nuance geben." Auch sein Kollege von Borries schließt nicht aus, dass selbst Figuren, die in vergangenen Folgen eine geringe Bedeutung spielten, in der nächsten Staffel richtig groß rauskommen könnten.

Drehen trotz Pandemie

Trotz der Schwierigkeiten unter denen die Filmbranche derzeit arbeiten muss, zeigen sich die Macher der Serie optimistisch. Denn wie lässt sich eine Serie wie Babylon Berlin, die viele Statisten und Massenszenen hat, unter aktuellen Bedingungen realisieren? Ist es mit Blick auf die Corona-Pandemie vorstellbar, wieder Protest-, Tanz- und Clubszenen mit hunderten Schauspielern zu drehen? Henk Handloegten hält am Drehstart im nächsten Frühjahr fest: "Ich gehe nicht davon aus, dass es so bleibt wie jetzt."

© SZ/dpa
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