bedeckt München 17°
vgwortpixel

Zehn Jahre Facebook:Ein Leben ohne Food Porn

foodpron

Solche Bilder wären uns ohne Facebook erspart geblieben: Freunde, die sich als Gourmets und Meisterköche inszenieren.

Facebook ist aus dem Alltag vieler nicht mehr wegzudenken - und es hat uns so manches eingebrockt, auf das wir lieber verzichtet hätten. Zehn Dinge, die uns ohne die Social-Media-Plattform erspart geblieben wären.

Facebook blickt auf eine erfolgreiche Laufbahn zurück: Vor zehn Jahren trat die Social-Media-Plattform in unser Leben - und mit ihr eine neue Kultur der Kommunikation, eine neue Definition des Begriffs Freundschaft, eine neue Dimension der Selbstdarstellung. Ein Leben ohne Facebook ist für viele Menschen nicht mehr vorstellbar. Nicht auszudenken, was wir ohne Facebook ... - ja: was eigentlich? Eine Liste der Dinge, die uns ohne Facebook erspart geblieben wären.

  • Partys mit unkalkulierbarer Gästeliste. Schon praktisch, wenn man sich all die Einladungskarten sparen und sämtliche Freunde auf einmal einladen kann. Blöd nur, wenn man infolge mangelnder Medienkompetenz die Gästeliste mal eben um ein paar Tausend Personen erweitert - und die Feier sich zu einer Abriss-Party für Hooligans verselbständigt. Während manche aber Gäste bekommen, mit denen sie nicht gerechnet haben, wissen andere bis zur letzten Minute nicht, mit wem sie rechnen können. Da wird lapidar eine Zusage gepostet, aber dann doch nicht eingehalten. Weil ein anderer Facebook-Nutzer ein attraktiveres Event zu bieten hat, weil die "wirklich Wichtigen" kein "Gefällt mir" gepostet haben oder weil das verlockend gemütliche Sofa in letzter Minute gewonnen hat. Formgerecht absagen? Wozu? War ja keine förmliche Einladung, sondern nur ein Post. Womit wir beim nächsten Punkt wären.
  • Freunde, die keine sind. Soziale Netzwerke ermöglichen uns, mitzuteilen, was uns bewegt. Menschen, die das interessiert, sind eigentlich eher Follower, wie es auf Twitter heißt. Auf Facebook sind das aber "Freunde". Das Schöne daran ist, dass im Laufe der Zeit weitaus mehr zusammenkommen, als man im echten Leben verkraften würde. Für andere ist das weniger schön: Die Zahl der Freunde illustriert, für alle sichtbar, die eigene Bedeutung und den Grad der Beliebtheit. Diese Strahlkraft nutzen auch Politiker, Promis und Unternehmen gerne - selbst wenn sie hin und wieder nachhelfen und dafür zahlen müssen. Dank Facebook dürfen wir nun unterscheiden zwischen Followern und Freunden. Und uns überlegen, was ein Freund wert ist.
  • Der Chef als Freund. Wie aufgeweicht der Begriff "Freund" ist, ist spätestens klar, wenn unter den von Facebook vorgeschlagenen "Personen, die Du vielleicht kennst", der Chef auftaucht. Mit dem man sich noch so gut verstehen, den man noch so sehr respektieren mag - aber die Wochenenderlebnisse teilen? Was also ist zu tun? Sich mit dem Chef befreunden und fortan nichts Privates mehr posten? Oder zu umständlicher Wer-was-sehen-kann-Listenverwaltung übergehen? Sich nicht befreunden und Minuspunkte riskieren? Fragen, die uns ohne Facebook erspart geblieben wären.
  • Food Porn. Haben Sie sich früher damit auseinandergesetzt, was Ihre Grundschulfreundin der Familie zu Weihnachten serviert? Was der Hobbykoch aus Ihrem Bekanntenkreis sonntags zum Brunch zaubert? Nein? Dann wollen Sie aber wenigstens wissen, wie der "superleckere Apfelstrudel" aussieht, den Ihre Freunde in den Dolomiten genießen oder der "geniale Krabbencocktail", den sie in einem Drei-Sterne-Restaurant in Kapstadt bestellt haben. Facebook hat uns mit food porn - einer Bilderflut von den Esstischen - einen Futterneid der ganz neuen Art beschert.

Zehn Jahre Facebook

Die vielen Gesichter des Gesichtsbuchs