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VIP-Klick: Wladimir Putin:Ein schlüpfriges Geschenk

Wladimir Putin zeigt sich bekanntlich gern mit freiem Oberkörper. Zu seinem Geburtstag haben sich mehrere Studentinnen bei Russlands Regierungschef für seine Freizügigkeit revanchiert - mit einem Erotikkalender.

Dass Wladimir Putin großen Wert auf sein männliches Image legt, ist hinreichend bekannt. Mit Vorliebe zeigt sich Russlands Regierungschef in sportlich-verwegener Pose, während seines Sibirien-Urlaubs ließ er sich von der Presse mit freiem Oberkörper auf seinem Pferd oder bei einem gewagten Sprung in einen eisigen Bergsee ablichten. Vor allem bei der weiblichen Bevölkerung konnte er damit punkten.

Erotik zum Geburtstag

Was schenkt man einem Regierungschef, der schon alles hat? Erotik für ein ganzes Jahr.

(Foto: dpa)

Vermutlich, um sich für diese Freizügigkeit zu revanchieren, haben sich mehrere junge Damen etwas ganz besonderes einfallen lassen: Zu seinem 58. Geburtstag überreichten sie dem ehemaligen Kreml-Chef einen Erotikkalender mit dem Titel "Wladimir Wladimirowitsch, wir lieben Sie. Alles Gute zum Geburtstag, Herr Putin."

Spärlich oder gar nicht bekleidet posieren zwölf junge Frauen verführerisch auf den Fotos des Kalenders, daneben steht jeweils ein schmeichelhafter Spruch. So verkündet zum Beispiel Miss März in schwarzer Spitzenunterwäsche: "Sie haben die Waldbrände in den Griff bekommen, ich aber brenne noch."

Noch verstörender als die Idee an sich dürfte die Herkunft des Kalenders sein: Bei den Urheberinnen handelt es sich nämlich mitnichten um Damen aus dem horizontalen Gewerbe, sondern um eine Gruppe von Journalistik-Studentinnen der Staatlichen Universität Moskau.

"Ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit von Putin als Premierminister, er macht einen guten Job", begründet Miss Juli ihr Engagement für den Kalender. "Warum sollte ich ihm nicht auf diese originelle Weise alles Gute zum Geburtstag wünschen?"

Russland ist entsetzt - wegen der Werblichkeit

In Russland hingegen sorgte der Kalender für Entsetzen - wenn auch nicht wegen seiner deplatzierten Freizügigkeit: Kritiker werfen der Regierung vor, das Geschenk in Auftrag gegeben zu haben, um die Beliebtheit Putins zu steigern.

Doch auch unter den Kommilitonen der Pin-Ups kamen die Fotos nicht überall gut an. Eine Sprecherin der Journalismus-Fakultät reagierte unwirsch auf die Initiative. Der Kalender zeuge von "schlechtem Geschmack", außerdem sei es "unfein", dass die Studentinnen den Namen der Fakultät verwendet hätten. Eine Studentin zeigte sich schockiert: "Es ist eine Schande für unser Institut. Die Leute denken, dass wir alle hier so sind." Der Kalender entspreche nicht dem Stil der Universität.

Um ihre Kritik zum Ausdruck zu bringen, reagierte eine Gruppe von anderen Journalistik-Studenten im Internet mit einem eigenen, weitaus weniger schmeichelhaften, Kalender: Vollständig bekleidet und mit Klebeband auf den Lippen ließen sie sich vor einer Wand ablichten, auf der kritische Botschaften und Fragen angebracht waren wie zum Beipiel "Wer ermordete Anna Politkowskaja" oder "Wladimir, wir haben einige Fragen an dich!"

Mädchen mit politischer Meinung

Der Herausgeber des umstrittenen Erotikkalenders, Maxim Perlin, der für einen regierungstreuen Internetsender arbeitet, betonte, die Mädchen hätten für ihren Job kein Geld bekommen. "Wir wollten keine Models zeigen, die bereit sind, für 100 Dollar zu posieren. Wir wollten Mädchen, die eine politische Meinung haben."

Zugleich erklärte Perlin, bei dem Kalender - ein Exemplar kostet umgerechnet 6,50 Euro - handle es sich um ein rein kommerzielles Produkt. Diese Rechnung dürfte immerhin aufgehen: 50.000 Stück wurden allein vor Putins 58. Geburtstag verkauft.

Putin und seine Urlaubsposen

Inszenierung in Scherben