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Tipps für die freiwillige Landarbeit:Bauer auf Zeit

Rittlings über den Septimerpass -Zu Pferd den Römern auf der Spur

Wer auf der Pferderanch mitarbeitet, muss nicht nur den Stall ausmisten - sondern darf bei die Pferde auch zureiten.

(Foto: dpa-tmn)

Oliven pflücken in der Toskana, Schafe scheren in Neuseeland und Pferde striegeln in Kanada: Die Arbeit auf dem Bauernhof wird zum neuen Freizeitsport. Wo man als Freiwilliger mithelfen kann.

Von Birgit Lutz

Wer im Urlaub nicht faul herumliegen möchte, findet auch in der Ferne genug Möglichkeiten, um in der Natur aktiv zu sein. Etwa als Freiwilliger auf dem Bauernhof oder am Olivenhain.

Wer bei der Ernte helfen möchte, findet bei der Organisation World Wide Opportunities on Organic Farms Biohöfe auf der ganzen Welt, die nach Aushilfen suchen. Aber auch auf anderen Wegen können Arbeitswillige mittlerweile aus etlichen Möglichkeiten und Obst- oder Tierarten auswählen, mit denen man sich auf Bauernhöfen als Gastarbeiter beschäftigen kann.

Trauben pflücken in Frankreich

Die Mithilfe bei der Weinlese ist wohl eine der sinnvollsten Erntehilfen überhaupt, ergänzen Wein und Freizeit einander doch seit jeher ideal. In Frankreich geht das zum Beispiel über die Appellation Contrôlée, die Organisation für geschützte landwirtschaftliche Erzeugnisse. Untergebracht wird man in Nebengebäuden, Dachböden oder Scheunen, und so romantisch, wie sich das der Weinlesewillige vorstellt, ist es mitunter nicht. Die Unterkunft ist nicht immer frei, sondern wird mit einem Lohn verrechnet.

Oliven ernten in Italien

Ein Klassiker für den etwas anderen Urlaub in der Toskana ist neben dem Töpferkurs die Olivenernte. Die Angebote sind hier sehr vielfältig, oft kann man zur Erntehilfe gleich noch einen Koch- oder Sprachkurs buchen. Eine Vergütung gibt es nicht, aber während der Ernte erhalten die Helfer toskanatypische Verpflegung mit frischem Olivenöl, Brot und Wein der Region. Geerntet wird im Oktober und November, zum Beispiel auf dem Bio Agriturismo Il Poderone in der Maremma.

Schafe scheren in Neuseeland

An jüngeres Publikum richtet sich ein neuseeländisches Programm, bei dem man unter anderem beim Schafescheren helfen kann - und das gleich 365 Tage lang. Working holidays heißt es, die Voraussetzungen für das Jahr mit den Schafen: Man ist zwischen 18 und 30 Jahre alt, kann zupacken und bringt ein Rückflugticket mit nach Neuseeland.

Pferde striegeln in Kanada

In den kanadischen Provinzen British Columbia, Alberta und Ontario kann man auf Pferdefarmen helfen. Auch diese Möglichkeit gilt allerdings nur für jüngere Arbeitswillige, von 18 bis 35 Jahren.

Erdbeeren pflücken in Dänemark

Nirgends schmecken Beeren so wie in Skandinavien - wegen der langen Sonnenscheindauer in den Sommermonaten. EU-Bürger können in Dänemark während der Saison bis zu drei Monate Erdbeeren ernten, zum Teil gegen Bezahlung, zum Teil ohne.

Heu machen in Südtirol

Einen ernsten Hintergrund hat die Bergbauernhilfe Südtirol: Sie vermittelt Arbeitswillige an Bergbauern, die ihre Höfe teils unter sehr schwierigen Bedingungen bewirtschaften. Wer hier arbeitet, hilft also, ein Stück alpenländischer Kultur und Tradition zu bewahren.

© SZ vom 28.09.2013
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