Studie zur Partnerschaft Mehrheit der Deutschen glaubt an die große Liebe

Wie wichtig ist die Liebe für die Deutschen - und wie stellen sie sich eine Partnerschaft vor? Das hat das Allensbach-Institut untersucht. Ergebnis: Die Deutschen sind romantischer als gedacht, zwei Drittel glauben an die Liebe fürs Leben. Auch glückliche Liierte fragen sich allerdings, ob sie den oder die Richtige wirklich schon gefunden haben.

Die Liebe fürs Leben - eine Wunschvorstellung? Nicht, wenn es nach dem Großteil der Deutschen geht. Laut einer Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach sind zwei Drittel der Befragten optimistisch: Sie glauben, dass man einen Partner finden kann, mit dem man für den Rest des Lebens glücklich ist - die ewige Liebe also. Für die Mehrheit ist die Ehe zudem keineswegs ein Auslaufmodel und eine glückliche, stabile Beziehung ein wesentliches Lebensziel.

Glücklich verliebt: 66 Prozent der Deutschen glauben, dass es den Partner fürs Leben gibt.

(Foto: dpa)

Ziel der repräsentativen Umfrage war es, zu untersuchen, wie wichtig eine Partnerschaft für die Deutschen ist und wie sie sich eine Beziehung vorstellen. Ein Drittel der Befragten ab 16 Jahren hat keinen Partner. Zufrieden mit ihrem Beziehungsstatus ist aber nur knapp die Hälfte der Singles. 30 Prozent hätten lieber einen Partner. Nur eine Minderheit der Singles, zehn Prozent, leben aus Überzeugung allein.

Die große Mehrheit der fest Liierten ist in ihrer Partnerschaft zufrieden. 83 Prozent beschreiben ihre gegenwärtige Beziehung als "glücklich" oder "sehr glücklich", nur neun Prozent äußern sich eindeutig negativ. Auf den ersten Blick steht diese Bilanz in einem auffallenden Kontrast zu der hohen Scheidungsquote von 40 Prozent. Beides könnte jedoch auch zusammenhängen: "Die Bereitschaft, sich mit einer unglücklichen Beziehung zu arrangieren, ist heute wesentlich geringer als früher", sagt Renate Köcher vom Allensbacher Institut.

Vom Beziehungsstatus hängt auch der Glaube an die große Liebe ab: 71 Prozent der fest Liierten glauben an die Liebe fürs Leben, aber nur 46 Prozent der Singles. Und obwohl 69 Prozent derjenigen, die in einer festen Partnerschaft leben, sich sicher sind, den Partner fürs Leben gefunden zu haben, übt das Single-Dasein eine gewisse Anziehungskraft aus: 31 Prozent geben zu, dass es sie reizen würde, wieder allein zu sein. Dies gilt vor allem für junge Männer.

Harmonie statt Leidenschaft

Interessanterweise sind auch diejenigen, die ihre Partnerschaft überwiegend als glücklich bezeichnen, skeptisch, ob sie den Richtigen schon gefunden haben. Immerhin jeder beziehungsweise jede Vierte fragt sich, ob es nicht doch eine passendere Wahl gibt. Die Zweifel erwachsen weniger aus der Unzufriedenheit mit der bestehenden Partnerschaft als aus der Überzeugung, dass es Alternativen gibt, die vielleicht mehr Glück versprechen.

Ein Drittel der gesamten Bevölkerung ist überzeugt, dass sich heute so viele Möglichkeiten bieten, neue Bekanntschaften zu schließen, dass man nie sicher sein kann, ob man wirklich den Partner gefunden hat, der am besten zu einem passt - wer die Wahl hat, hat also offenbar die Qual.

Doch was hält eine Partnerschaft am Leben? Die Umfrage offenbarte unter den Befragten ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Nähe und möglichst vielen Gemeinsamkeiten. Gut drei Viertel der Bevölkerung hält nichts davon, wenn "er" und "sie" unterschiedliche Hobbies haben, und für eine deutliche Mehrheit ist ein gemeinsames Schlafzimmer wichtig.

"Den Alltag wie gute Freunde gemeinsam zu bewältigen und sich gegenseitig zu unterstützen ist für eine glückliche Partnerschaft wichtiger als die große Leidenschaft" - davon sind etwa zwei Drittel der Befragten überzeugt und stellen damit die Harmonie über die sexuelle Erfüllung.

Je älter die Befragten sind, desto mehr rücken Erotik und Sexualität in den Hintergrund. Jenseits des dreißigsten Lebensjahres wird einer glücklichen sexuellen Beziehung immer weniger Bedeutung beigemessen. Außerdem überwiegt bis Mitte 40 - und besonders ausgeprägt bis Ende 20 - die Vorstellung, dass es in einer Partnerschaft vor allem auf die emotionale Beziehung ankommt. Nach dem 45. Lebensjahr legen die Deutschen mehr Wert auf ein harmonisches und solidarisches Zusammenleben.